Erna Matuschek feiert in Levern 100. Geburtstag
Stemwede-Levern. Dass sie Schalke-Fan ist, ist naheliegend - schließlich hat sie für viele Jahre in Gelsenkirchen gelebt. Die Sympathie für den Fußballclub aus dem Ruhrgebiet hat sich Erna Matuschek bis ins hohe Alter bewahrt. Heute feiert die geborene Lübbeckerin im Seniorenheim Haus Wellengrund in Levern ihren 100. Geburtstag.
Neben dem Interesse am Fußball spielten Reisen in ihrem Leben eine wichtige Rolle. Mit ihrem Mann Paul Matuschek ging sie auf Weltreise. Mit ihren Großnichten besuchte sie zum Beispiel England und Korfu. Heute ist ihr Lebensmittelpunkt das Haus Wellengrund in Levern. Sie hat gern gehandarbeitet, gekegelt und Karten gespielt.
Zwischenzeitlich hält sich Erna Matuschek gegenüber Gruppenangeboten eher zurück, denn es fällt ihr schwer, sich zu artikulieren. Das Interesse an ihrem Umfeld ist aber nach wie vor rege. Die hoch betagte Frau freut sich über Besuch, nimmt an Ausflügen teil, schaut gern Fernsehen oder betrachtet alte Fotos. "Sie ist eine willensstarke Frau, geprägt durch das selbst bestimmte Leben, ohne Kinder, das sie führen konnte und durfte", sagt Haus Wellengrund-Mitarbeiterin Christiane Braun.
Erna Matuschek wurde am 23. Februar 1912 in Lübbecke als Erna Bösch geboren. Sie ist das jüngste von drei Kindern des Ehepaars Wilhelm und Luise Bösch. Nach der Schule absolviert sie eine kaufmännische Lehre in Westerenger und arbeitet dann in einem Hutgeschäft in der Langen Straße in Lübbecke.
Die Jubilarin war zweimal verheiratet. Ihr erster Ehemann, der Müllermeister Willi Milsmann aus Bad Holzhausen, kehrte nicht aus dem Zweiten Weltkrieg zurück, er blieb vermisst. Danach heiratete die Lübbeckerin den Buchdrucker Paul Matuschek.
In den 70er Jahren zog das Ehepaar von Lübbecke nach Gelsenkirchen. Auch Erna Matuscheks zweiter Ehemann ist zwischenzeitlich verstorben. Bis 2007 lebte die Seniorin in Gelsenkirchen. Dann zog sie ins Pflegeheim in Levern, wo vor ihr schon ihre Schwester Frieda gewohnt hat.
Erna Matuschek hat keine Kinder. Sie hat aber ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Nichte, Renate Burkamp aus Pr. Oldendorf, sowie zu den vier Großnichten und sieben Urgroßneffen und Urgroßnichten. Auch mit ihrem inzwischen verstorbenen Neffen war sie sehr eng verbunden.
Zu ihrem Ehrentag haben sich die Familie, Vertreter der Gemeinde, der Landrat und der Pastor als Gäste angesagt. Der Posaunenchor Levern wird ein Ständchen bringen.