Rahden. Die Notwendig steht außer Frage. Auch mit dem Vorschlag des Architekturbüros Brinkmeier, Krauß, Stanczus (BKS), wie das Lehrerzimmer am Gymnasium Rahden erweitert werden soll, konnten sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses anfreunden. Nur wie die Finanzierung auf die Beine gestellt wird, das ist noch nicht ganz geklärt.
Anders als bei der im Schulausschuss von Bauamtsmitarbeiter Manfred Cording vorgestellten Lösung mit einem Anbau nach Westen sieht die BKS-Planung einen 78 Quadratmeter großen Anbau an das Lehrerzimmer in Richtung Norden vor. Bei einem Ausbau nach Westen würde das geneigte Dach die Raumhöhe einschränken und der Übergang sei schwierig zu gestalten, argumentieren die Planer. Im Rahmen der Baumaßnahme sollen im Bestand weitere und bisher fehlende Funktionsräume geschaffen werden, wie zum Beispiel eigene Räume für Rektor und Konrektor.
Auf rund 320.000 Euro hatte sich die erste Kostenschätzung durch Manfred Cording belaufen. Das Büro BKS geht von 312.000 Euro Baukosten für die Erweiterung und den Umbau im Obergeschoss aus. Hinzu kämen 20.000 Euro für die Möblierung. Aus Sicht der Planer ist es bei der auf Säulen stehenden Lösung nur noch ein kleiner Schritt bis zu einem Mehrzweckraum im Erdgeschoss. Für das Schließen der Fassade geht das Architekturbüro von 59.000 Euro aus. Weitere 39.000 Euro würden für den Endausbau anfallen.
"Wir haben ein schönes, gut ausgestattetes Schulgebäude. Das Grundkonzept stimmt, aber das Gebäude ist insgesamt zu klein", erläutert Schulleiterin Ingrid von Mitzlaff. "Die Fachräume sind überbelegt. Oberstufenschüler müssen zeitweise in Räume von Fünftklässlern ausweichen. Das Lehrerzimmer - ursprünglich für 65 bis 68 Lehrer ausgelegt - nutzten im letzten Jahr 112 Lehrer."
Zwar gehen die Schülerzahlen zurück und der Doppeljahrgang wird bald verabschiedet, dennoch ist sich Ingrid von Mitzlaff sicher: "Hier steht auch in Zukunft kein Raum leer." Schule habe sich verändert und werde sich weiter verändern. Ganztag, Übermittagbetreuung, veränderte Lehrerausbildung und Inklusion sind Stichworte, die die Schulleiterin in diesem Zusammenhang nennt.
"Wir wünschen uns dringend den Ausbau", betont Ingrid von Mitzlaff, "damit nicht nur die Schüler einen guten Lebensraum, sondern auch die Kollegen langfristig akzeptable Arbeitsbedingungen vorfinden." Für die Nutzung des möglichen Mehrzweckraums hat die Rektorin schon klare Vorstellungen: "So lange die Schülerzahlen noch so hoch sind, werden wir ihn als Unterrichtsraum nutzen. Daneben brauchen wir dringend einen Raum für die Übermittagbetreuung, für schulübergreifende Angebote und einen Probenraum für Musikgruppen. Die Aula ist völlig überbelegt."
Auch für Amtsleiter Werner Thielemann sind die Überlegungen bezüglich des Mehrzweckraums nahe liegend. Jedoch, selbst wenn der Endausbau ins nächste Jahr verschoben würde, würden die verbleibenden 371.000 Euro die Mittel aus der Schulpauschale überschreiten.
"Dass ein neuer Raum sein muss, ist klar", erklärt Ulrike Kokemor (FWG). 430.000 Euro würde alles zusammen kosten, rechnet sie vor. Damit müssten gegenüber der ersten Kostenschätzung 110.000 Euro mehr ausgegeben werden. Sie sieht noch Beratungsbedarf und wünscht sich dafür genaue Zahlen und eine Aufstellung zur Finanzierung. "Dann können wir entscheiden."
Da auch weitere Ausschussmitglieder noch Beratungsbedarf sahen, soll die Entscheidung jetzt in der Ratssitzung am 22. März fallen. Ein Baubeginn wird für die Sommerferien 2012 angepeilt.