Bad Lippspringe (my). Die Bewerbung um die Landesgartenschau beflügelt in der Badestadt die Ideen. Vor dem Hintergrund dieses Großereignisses und eines möglichen Nationalparks Senne/Egge wittert auch die Planetariumsgesellschaft Ostwestfalen-Lippe eine neue Chance, ihre lang gehegten Pläne endlich in die Tat umzusetzen.
Am Dienstag, 12. April, wollen Reinhard Wiechoczek und seine Mitstreiter in der nächsten öffentlichen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses, eine bahnbrechend neue Konzeption vorstellen. Obwohl Wiechoczek die Katze noch nicht aus dem Sack lassen möchte, zeichnet sich ab, dass das Planetarium in unmittelbarer Nähe des Kongresshauses unter Einbeziehung von Teilen der Burgruine entstehen sollen.
Dabei ist Synergie ein oft gebrauchtes Wort, denn die 2002 gegründete Gesellschaft möchte auch auf das Kongresshaus, das zurzeit modernisiert wird, zurückgreifen. Gedacht ist dabei an die Nutzung der Gastronomie, der Garderobenbereiche oder von Räumen für Büroarbeiten oder Veranstaltungen.
Seit anderthalb Jahren arbeitet die Planetariumsgesellschaft an der neuen Konzeption. "Wir bieten eine architektonische Besonderheit", kündigt Wiechoczek an. Die Einbeziehung der Burgruine fordert viel Fingerspitzengefühl, deshalb ist auch der Denkmalschutz engagiert mit im Boot. Kontrastierende Wirkungen moderner Konstruktionen mit mittelalterlchen Gemäuern stellen für die Denkmalschützer keine Tabus mehr da.
Bislang hatte die Gesellschaft eine 12 Meter durchmessende Kuppel geplant, die zwischen 100 und 110 Menschen Platz bieten sollen. Die Kosten waren im Jahr 2004 auf zwei Millionen Euro beziffert worden. Davon entfällt rund eine Million auf den digitalen Projektor.
"Leider sind wir in der Finanzierung noch keinen Schritt weiter", räumt Wiechoczek ein und hofft auf Sponsoren im Gefolge von Gartenschau und Nationalpark. Dabei hat der Verein ganz Ostwestfalen im Auge. Ein Vorstoß beim Europaabgeordneten Elmar Brok, um europäische Quellen anzuzapfen, verlief jüngst negativ - mit Zuschüssen aus Brüssel sieht es schlecht aus.
Von der Stadt Bad Lippspringe erwarten die Sternenfreunde Grund und Boden - weiter nichts. Sämtliche Folgekosten einschließlich der Mitarbeiterkosten will die Gesellschaft aus den laufenden Einnahmen für Vorführungen und Veranstaltungen finanzieren.
Bürgermeister Andreas Bee sieht die Einrichtung eins Planetariums als "wichtiges touristisches Projekt", das auch gut zum Engagement der Stadt im Bereich Klimaschutz passen würde. Bee rechnet allerdings nach der Vorstellung im bau- und Planungsausschuss nicht mit einer schnellen Entscheidung der Gremien.










