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Paderborn. Es war ein trauriger Start ins Osterwochenende: Ein Bild der Zerstörung bot sich den Augen der Einsatzkräfte, Augenzeugen und Helfer: Eine 14 Tonnen schweres Feuerwehrfahrzeug mit Drehleiter lag zertrümmert und brennend auf der Seite. Ein Taxi war nach der Kollision eine Böschung hinuntergeschleudert, zwei weitere zerstörte Autos, ein herausgerissener Ampelmast.
Drei Menschen starben in der Nacht zu Freitag bei diesem Unfall, neun wurden zum Teil schwer oder sogar lebensgefährlich verletzt. Einer der schlimmsten Unfälle der vergangenen Jahre in Paderborn. Den Zustand von zwei Verletzten bezeichnete die Polizei am Ostermontag als "kritisch". Den Sachschaden beziffert Polizeisprecher Michael Biermann auf 200.000 Euro.
Gegen 1 Uhr am Freitagmorgen war ein mit fünf Personen besetztes Taxi aus Richtung Lichtenau kommend auf der Kreuzung der Warburger Straße mit einem Leiterwagen der Feuerwehr kollidiert. Darin saßen drei Feuerwehrmänner, die von der Wache Süd kommend einem Löschfahrzeug zu einem Wohnwagenbrand nach Dahl folgten. Im Kreuzungsbereich stießen das Taxi und die Drehleiter zusammen. Das 14 Tonnen schwere Feuerwehrfahrzeug schleuderte durch den Aufprall gegen einen Ampelmasten, riss diesen aus der Verankerung und schleppte ihn mit sich.
Der Leiterwagen schleuderte über die Kreuzung auf die Gegenfahrspur, wo er mit einem Toyota und einem Ford kollidierte und auf der Seite liegen blieb. Im Heckbereich brach Feuer aus – vermutlich aufgrund der ausgelaufenen Hydraulikflüssigkeit. Das Taxi wurde nach rechts eine Böschung hinunter geschleudert.
Noch am Unfallort starb ein 46-jähriger Versicherungsfachmann aus Paderborn, der auf dem Rücksitz im Taxi gesessen hatte. Seine neben ihm sitzende Ehefrau (40) starb später im Krankenhaus. Beide wohnten in der Südstadt und hinterlassen eine Tochter (11) und einen Sohn (7).
In der Klinik erlag auch der Feuerwehrmann Wolfgang Franze, Beifahrer im Leiterwagen, seinen schweren Verletzungen. Die beiden anderen Feuerwehrmänner Stefan M. und André M. (31 und 21) kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. "Lebensgefahr besteht nicht", sagte am Freitag Polizeisprecherin Irmgard Kurek. Laut Ralf Schmitz, dem Leiter der Paderborner Wehr, musste jedoch noch am Freitag der 21-jährige Feuerwehrmann wegen seiner schweren Wirbelverletzungen in eine Klinik nach Bochum verlegt werden.
Lebensgefährlich verletzt wurde der Taxifahrer (43), schwer verletzt die beiden anderen Insassen, ein 47-Jähriger auf dem Beifahrersitz und ein 56-Jähriger auf der Rückbank. Letzterer kam am Karfreitag wegen seiner schweren Kopfverletzungen in eine Spezialklinik nach Bielefeld-Bethel. Ebenfalls schwere Verletzungen zogen sich zwei Männer (18 und 17) im Toyota zu, mit dem der Leiterwagen zusammengeprallt war. Nach ambulanter Behandlung konnten ein leicht verletzter 38-Jähriger aus dem Ford und seine ebenfalls leicht verletzte Frau (36) das Krankenhaus wieder verlassen.
"Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es in Paderborn einen so schweren Unfall gegeben hat", sagte am Freitag Polizeirätin Anja Martel traurig. Die Leiterin der Direktion Verkehr bei der Paderborner Polizei war in der Nacht zum Unfallort geeilt. "Ich bin zwar erst eineinhalb Jahre in Paderborn, aber meine Kollegen hätten mir sicher davon erzählt." Grundsätzlich müssten andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen, wenn Einsatzfahrzeuge der Polizei oder der Feuerwehr mit Martinshorn und Blaulicht unterwegs seien. Das heiße nicht, dass ein Fahrzeug mit Sonderrechten "blind" fahren dürfe.
"Wir müssen nun Zeugenaussagen einholen. Zum Teil sind die Menschen aber noch gar nicht vernehmungsfähig", erklärte die Polizeirätin. Schon in der Nacht war ein Gutachter am Unfallort, der seine Arbeit bei Tageslicht fortsetzte. Zudem wurde am Freitag ein Polizeihubschrauber eingesetzt, der wie bei einem Videoscan die Spuren am Unfallort aus der Luft aufzeichnete. Anja Martel: "Wir müssen die komplexen Spuren und die Ampelphasen noch auswerten. Wer hatte wann Rot, wer Grün. Wir haben zwar Anhaltspunkte, doch es wird auch zu den Ampelphasen ein Gutachten erstellt." Deshalb rechnet sie damit, dass es einige Tage dauern wird, bis man Angaben zur Unfallursache und Schuldfrage machen kann.
Auf der Wache Süd stehen die Feuerwehrleute nach dem Tod des Kameraden unter Schock. Notfallseelsorger waren auf der Wache und am Unfallort im Einsatz. "Wir sind mächtig mitgenommen von dem Ereignis", sagte Ralf Schmitz tief betroffen.























