Paderborn-Schloß Neuhaus. Hand aufs Herz: Wissen Sie eigentlich noch wie das genau war mit Frau Holle und den beiden Schwestern Goldmarie und Pechmarie?
Wer zum Auftakt des Schlosssommers durch den blühenden Barockgarten des Neuhäuser Wasserschlosses streifte, konnte – so ganz nebenbei – auch sein Märchenwissen wieder mal auffrischen. Und das auf unterhaltsame Weise. Horst Misch sei Dank. Der Paderborner Tanzlehrer (Stüwe-Weissenberg) teste nämlich, wie märchenfest Lokalgrößen wie Bürgermeister Heinz Paus, Stellvertreter Josef Hackfort, Alt-Bürgermeister Willi Lüke oder auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Schlosspark -und Lippeseegesellschaft tatsächlich sind. Fazit: Da geriet doch manches durcheinander.
Was eigentlich kein Wunder war. Denn: Wann hätte es im Barockgarten schon einmal derart von Prinzessinnen oder ähnlich gekleideten jungen Damen gewimmelt? Dornröschen war da, Schneewittchen natürlich auch, genau wie Schneeweißchen und Rosenrot. Nebst Hänsel, Gretel, der alten Hexe, dem Rumpelstilzchen und dem Froschkönig. Frau Holle und ihre beiden Raumpflegerinnen wurden ja schon erwähnt. Überall standen staunenswert arrangierte Märchenkulissen, die die zahlreichen Besucher – viele waren mit Rädern unterwegs – zum Fantasieren anregten.
Hoch zu Ross trabte sogar eine veritable Eisprinzessin durch die Anlage und ließ sich bestaunen. Anette Kramer – wie die anderen Figuren aufgeboten von der Firma Wilmsmann Entertainment aus Hövelhof – hatte ihren Euripides fest am Zügel. Als Eisprinzessin war sie auf der Suche nach dem kleinen Kai, den sie zu entführen trachtete – bis ein Mädchen namens Gerda ihn mit einer Träne erlösen würde. Und wenn sie ihn nicht gefunden hat, dann sucht sie ihn noch heute.