Humvorvoller Auftakt des 11. Europa-Symposiums am Westfalenkolleg
Paderborn (st). Die Administration des neuen US-Präsidenten Barack Obama wolle ,,ein starker Partner eines starken Europa" sein und die engen Beziehungen über den Atlantik erneuern. Das bekräftigte gestern der Generalkonsul der USA in Düsseldorf, Matthew G. Boyse, zum Auftakt des 11. Europa-Symposiums im Westfalen-Kolleg. Als Partner dieses starken Europa wünsche sich Präsident Obama ebenso eine starke NATO, sagte Boyse.
Mit einem Augenzwinkern verglich er den Unterschied zwischen der Vorgänger-Regierung Bush und Obama mit den großen amerikanischen Getränkemarken Coca Cola und Seven Up. Seven Up schöpfe seine Identität aus der Erkenntnis, "nicht Coca Cola zu sein". Mit diesen beiden Marken verhalte es sich ähnlich wie mit der Konkurrenz der beiden Städte Düsseldorf und Köln und ihrer Bier-Spezialitäten Alt und Kölsch - "oder mit Bielefeld und Paderborn".
Vor etwa 100 Zuhörern aus Schule, Hochschule und Weiterbildung sowie Gastschülern aus dem schwedischen Göteburg, aus Salzburg (Österreich), Malta, Budakessi (Ungarn) und Nikosia (Zypern) sowie weiteren ausländischen Gästen aus dem Partnernetz des Westfalenkollegs lieferte Boyse eine Lektion über die Grundzüge der Außen- und Sicherheitspolitik der neuen US-Regierung.
Eigentlich hatte der exzellentes Deutsch sprechende Diplomat seine Rede in deutscher Sprache halten wollen. Um den Dolmetschern das Leben leichter zu machen, gab Boyse kurzerhand den Übersetzer in eigener Sache und trug als Einleitungsreferat Auszüge seines längeren deutschen Manuskripts in englischer Sprache vor.
Das erneut von der Europa-Beauftragten des Kollegs, Dr. Ulrike Kurth, organisierte viertägige Symposium wird unter anderem von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt. Es steht in diesem Jahr unter dem Thema "Innovation und Kreativität". Die aus Lippe angereiste Regierungspräsidentin Marianne Thoman-Stahl startete die Konferenz angesichts des Varus-Jahres 2009 mit einer innovativ-kreativen Begrüßungsformel: Sie hieß die Tagungsteilnehmer mit der Anrede "Freunde, Römer, Landsleute!" an der Pader willkommen.
Bürgermeister Heinz Paus stellte den internationalen Gästen den Tagungsort als "Stadt besonderer europäischer Ausrichtung vor". Er erinnerte an das Treffen von Karl dem Großen mit Papst Leo III. anno 799 in Paderborn. Die europäische Dimension werde auch dadurch deutlich, dass Paderborn mit dem heiligen Liborius seit fast 1.200 Jahren "einen französischen Stadtpatron" verehre.
Auch eine Anspielung auf Thomann-Stahl und das Varus-Jahr blieb der Bürgermeister nicht schuldig. Paderborn sei zwar "nicht der Platz, wo die Hermann-Schlacht ausgetragen wurde - aber ausschließen kann man’s auch nicht".