Polizeiliche Registrierungen, Faltbares und Motorhilfe: Was es beim Fahrradtag im Schlosspark alles gab
Paderborn-Schloß Neuhaus. Das frühe Aufstehen hat sich für Vera Zanthen gelohnt. Auch wenn Studenten sonst wenig begeistert sind über eine Exkursion zum Thema "Fahrrad und Straßenverkehr" am Sonntagmorgen zu den 8. Paderborner Fahrradtagen. Da nutzte die 23-Jährige die Chance, ihr neues Rad bei der Polizei registrieren zu lassen. "Dreimal wurde mir bereits ein Rad geklaut, zweimal allein in den letzten acht Wochen", sagt, "und alle waren abgeschlossen."
Damit soll jetzt Schluss sein. Auch ihre Studien-Kolleginnen Annika Briewig und Katharina Opiolka ließen Randolf Latusek vom Kommissariat Kriminalitätsvorbeugung einen Blick werfen auf die Gestellnummern. Danach wurden die Nummern notiert – damit das Rad bei einem Diebstahl identifiziert werden kann. Mit ihren Referatsthemen Radreisen, Radfahr- und Verkehrssicherheit waren die drei angehenden Grundschullehrerinnen gestern am richtigen Fleck. Der ganze Schlosspark war eine einzige Zweirad-Bühne. Für Räder jedweder Art.
Zielgruppe für Falträder sind vor allem Urlauber und Camper, die mobil sein und ein transportables Rad haben wollen. "Aber auch ältere Leute, die ein schweres Rad nicht mehr so gut heben können", sagt Yvonne Bosawe vom Paderborner Geschäft Faltrad-Plaza. Auch für Wolf Sommer aus Schloß Holte ist das wichtig. "Ich suche ein leichtes Rad für meine Frau, damit sie die Kellertreppe hochkommt." Auch Klaus Moog schaut nach einem Faltrad – allerdings muss dieses schon motorisiert sein. Daher fällt sein Blick bei Gösken Style auf die Elektroräder – mit einem 250-Watt-Motor und einem Akku, der für 50 bis 80 Kilometer reicht. Ob er den häufig braucht? "Ja", sagt er, "man ist ja schon älter."
Frank John und Beate Frühauf-John aus Altenbeken interessierten sich für Radreisen, besonders das Saarland und die Mosel-Region haben sie im Auge. Radfahren per GPS war ein Themenpunkt beim Stand der Stadt Paderborn. Zudem wurden zahlreiche Radwege präsentiert: entlang der Ems, ins Münsterland oder ins Schaumburger Land. Eher in der Region fahren die Mitglieder des RMC Schloß Neuhaus oder des Rad-Treffs Borchen, die sich zur Schau stellten. Der RMC habe dabei ein Nachwuchs-Problem, erklärte die Vorsitzende Margret Fuest: "Bei uns geht es um Radtouristikfahrten, da fehlt den jungen Leuten der Leistungsvergleich mit Gleichaltrigen." RMC-Mitglied Gregor Westermann führt den Besuchern vor, wie er im Winter trainiert – nämlich auf der sogenannten Rolle. Von der wäre er vor Schreck einmal fast gefallen. Und das, obwohl er in der kalten Jahreszeit dort bis zu 2.000 Kilometer abrollt. Nach rund 8.000 Kilometern im Sommer.