Paderborn (clu/hko). Im Umkreis von 200 Metern um den Paderborner Bahnhof mussten die Anwohner heute morgen ihre Wohnungen verlassen. 250 Haushalte wurden evakuiert. Der Grund lag in einem Abwasserkanal neben der Bahnhofstraße: eine 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese wurde heute morgen entschärft.
Ab 9.45 Uhr waren die Bahnstrecke um den Paderborner Bahnhof sowie die Zufahrtsstraßen gesperrt. Karl-Heinz Clemens, Truppführer der Feuerwehr bei der Bezirksregierung Arnsberg Nebenstelle Detmold, entfernte die zwei Zünder der 500-Kilo-Bombe. "Der Heckzünder löste sich leicht, der Kopfzünder ging schwer raus", sagte Clemens.
Heute morgen um 8 Uhr hatten sich alle Beteiligten zu einer Lagebesprechung getroffen. Danach wurde der gesamte Bahnhofsbereich weiträumig gesperrt. Gegen 10.33 Uhr war die Gefahr gebannt. "Das Entschärfen der Bombe ist gut verlaufen", sagte Paderborns Ordnungsamtsleiter Udo Olschewski. Ab etwa 11.30 Uhr wurde die Bahnstrecke wieder für Züge freigegeben.
Bombe wird zum Munitionszerlegebetrieb gebracht
Die Bombe wird nun zum Munitionszerlegebetrieb in Büren-Ringelstein gebracht, wo sie zerlegt wird. Sie war gestern gegen 16 Uhr bei Bauarbeiten in Höhe der Balhornstraße entdeckt worden. Wegen ihrer Größe und möglichen Sprengkraft konnte sie jedoch nicht sofort entschärft werden.
Den zum Fundort geeilten Spezialkräften der Polizei, Feuerwehr und des Kampfmittelräumdienstes wurde schnell klar, dass auch mit der Evakuierung der umliegenden Wohngebiete ein immenser Aufwand verbunden ist. Mitarbeiter des Ordnungsamtes und von B.O.S.S (Büro für Ordnung, Schutz und Sicherheit) informierten gestern Abend noch alle Anwohner im Umkreis von 200 Metern über die Evakuierung. Im Radius von 400 Metern sollten die Menschen entsprechende Sicherheitsmaßnahmen einhalten wie die Fenster geschlossen zu halten und während der genauen Räumungszeit nicht aus dem Haus zu gehen.
Gestern wurde die Bombe zunächst wieder zugeschüttet. Die Nacht über blieb das Gelände abgesperrt und gesichert. Der Zugverkehr wurde gestern von den Untersuchungen nicht beeinträchtigt und konnte ganz normal verkehren.
Letzte Entschärfung vor zwei Jahren
Dass in diesem Bereich Blindgänger liegen sollen, war dem Straßen- und Brückenbauamt durch eine Ortung bereits bekannt und zählte zu den Unwägbarkeiten der Bauarbeiten.
Für diesen städtischen Bereich sei es eine große Bombe, erklärte Amtsleiter Olschewski. Die letzte Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg habe es vor gut zwei Jahren an der Sighardstraße gegeben.
Nach der erfolgreichen Entschärfung können heute die rund 600 Fans mit dem Zug aus Osnabrück zum Relegationsspiel gegen den SC Paderborn anreisen.