Paderborn-Schloß Neuhaus/Menden (clu). Nach dem Unfall bei einem Schützenfest am Sonntag im sauerländischen Menden hat sich die Zahl der Todesopfer auf drei erhöht. Ein 34-jähriger Mann sei am Dienstagabend seinen schweren Verletzungen erlegen, teilte ein Polizeisprecher mit. Ein weiterer Verletzter schwebe noch in
Lebensgefahr.
Die Schützen der Neuhäuser Residenzkompanie sind in tiefer Trauer. Das ist seit gestern auf ihrer Internetseite zu lesen: "Ein älterer Autofahrer ist beim Schützenumzug unserer Freunde in Menden in das Ende des Festumzumges gefahren und hat dabei dreizehn Menschen zum Teil schwer verletzt und drei Menschen getötet", schreibt der Vorstand dort.
Die Zahl der Todesopfer wurde gestern jedoch auf zwei reduziert. Eines der Opfer konnte wiederbelebt werden. Die Zahl der Verletzten hat sich derweil erhöht: Mehr als 50 Menschen wurden verletzt oder erlitten schwere Schocks.
Die Augenzeugen aus Schloß Neuhaus, die mit einer Delegation von etwa 40 Schützen ihre Schützenfreunde in Menden besuchten, müssen das Erlebte jetzt erstmal bewältigen. "Das waren keine schönen Bilder, die wir da gesehen haben", erinnert sich einer der Schützen, der ungenannt bleiben möchte. Die Neuhäuser marschierten im Schützenumzug vor ihren Freunden aus der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Menden, nur noch getrennt durch einen Musikzug und das Offizierskorps. Als das Auto in den Menschenzug fuhr, habe sich das angehört wie ein langer Knall, schildert es der Neuhäuser Schütze. Dazu hätten die Instrumente der Kapelle sekundenlang unterschiedlich aufgehört zu spielen. "Dann hörten wir nur noch die Schreie und Rufe der Menschen", erzählt er. Von den Neuhäuser Schützen wird bei dem Unfall niemand verletzt, obwohl sie nur etwa 150 Meter entfernt waren.
Nicht jedes Jahr fahren die Schützen aus Schloß Neuhaus zu ihren Freunden nach Menden. Dieses Jahr gab es jedoch einen besonderen Anlass: Das 60-jährige Bestehen der Hubertus-Schützenbrüderschaft.