Büren-Ahden. Der Air-Berlin-Flug 9541 von Mallorca zum Flughafen Paderborn/Lippstadt ist einer wie jeder andere. Täglich landen hier Hunderte, mitunter Tausende von Spanien-Urlaubern. Doch seit bekannt ist, dass sich dort Menschen mit der Neuen Grippe angesteckt haben, zeigen nicht alle ihr sonnengebräuntes Gesicht. Einige schützen sich mit einem Mundschutz vorsorglich gegen die Erkrankung.
Wenn auch nur bei einigen Urlaubern: Die Furcht fliegt mit. "Ich habe Angst", gesteht Dagmar Jaspert aus Welver im Kreis Soest. Noch größer wurde diese, nachdem im Flugzeug das Gerücht von einer Person mit Grippe-Symptomen die Runde machte. Eine Nachfrage beim Gesundheitsamt des Kreises Paderborn ergab, dass weder bei diesem Flug noch bei dem zwei Stunden zuvor auch nur ein einziger Verdachtsfall an Bord war.
Ein Fluggast kritisierte, dass sich das spanische Flughafenpersonal über Touristen mit Maske lustig gemacht habe. Dabei mussten die Urlauber für einen Mundschutz einige Strapazen auf sich nehmen. "Den gab es nicht in Apotheken, sondern nur bei einem Arzt", sagt Polat Engin aus Herford. Für sechs Euro. Nicht ganz erst genommen wurden er und seine Freunde von Christina Struwe, Johanna Maas und Lisa Hollenbeck, die mit im Flieger saßen. "Als es das Essen gab, haben sie den Mundschutz abgenommen", sagt Christina.
Manche gingen nicht in den Pool
Sie und ihre Freundinnen aus Geseke husteten im Urlaub auch ohne Grippe-Anzeichen. Ursache für die morgendlichen Beschwerden war jedoch ihr abendliches Feierverhalten, mit Ballermann und allem Pipapo. Von der Unsicherheit haben sie sich nicht anstecken lassen. "Wir haben Leute getroffen, die nicht in den Pool gegangen sind, aus Angst, sich anzustecken", sagt Johanna. "Für uns ist es eine ganz normale Grippe", meint Lisa. An dieser sind im Kreis Paderborn aktuell 99 Personen erkrankt, die sich fast ausschließlich im Urlaub angesteckt haben, darunter 38 britische Soldaten.
Ganz gespannt auf die Neue Grippe schaut Andreas Koch aus Göttingen. Er war mit seiner Familie in Pollenca, im Nordosten Mallorcas. "Wir waren auf einer Finca, da hatten wir nicht viel mit anderen Leuten zu tun", sagt er. Seine Frau Anke hatte in der Zeitung El Pais gelesen, dass es auf Mallorca bisher zwei Fälle der Erkrankung gäbe. Zudem seien in der Hauptstadt Palma einige Menschen mit Mundschutz herumgelaufen. Das war es auch schon. Bedenken hätten hingegen die Kollegen im Büro. "Die meinten, dass ich zuhause bleiben soll, wenn ich mich nicht gut fühle", sagt Andreas Koch. Dabei fühlt er sich besser als beim Hinflug, als er durch eine Erkältung matt war. Sein Fazit: "Wir sind krank hin geflogen – und kommen gesund zurück."