Kreis Paderborn. Erst die Neue Grippe, nun das Bombenattentat mit zwei Toten: Urlaub auf Mallorca ist zurzeit mitunter etwas hindernisreicher als gewünscht und gewohnt. "Wir haben es in den Nachrichten verfolgt", sagt Claudia Heide und verweist auf verschärfte Sicherheitsvorkehrungen in Palma. Dadurch hatte ihr Air-Berlin-Flug von den Balearen – wie viele Maschinen – Verspätung und landete gestern Morgen mit 45 Minuten Verzögerung am Flughafen Paderborn/Lippstadt.
Der Terror auf der Sonneninsel hat die Frau aus Kassel und ihrer Familie jedoch recht ruhig gelassen. Eher hatte sie Befürchtungen, nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurück zu kehren. Angst, nicht nach Hause zu kommen, hatten auch Larissa und Selina Reinelt aus Kassel. Für die 18-jährige Selina war es schon ein komisches Gefühl, dort Urlaub zu machen, wo gerade einen Bombe explodiert war. "Die Straßen waren gesperrt", erzählt sie, "man kam nirgendwo hin und stand im Stau." Sie war mit ihrer Schwester, ihrem Vater und ihrem Freund in Paguera und sagt, dass man "untereinander schon viel über den Bombenterror geredet habe".
Nur an der erhöhten Anzahl an Sicherheitskräften auf Mallorca sei erkennbar, dass etwas geschehen ist, meinen Daniel Kovacevic aus Paderborn und Tobias Weber aus Ascheberg bei Münster. Während des Sprengstoffanschlags hatten sie noch in ihren Hotelbetten in El Arenal geschlafen. Die Nacht zuvor war einfach zu anstrengend.
Keine Bedenken in seinen Flieger nach Mallorca zu steigen hatte Thomas Raabe aus Bielefeld: "Wir landen dort nur kurz und fliegen weiter nach Porto." Echte Angst hat auch seine Partnerin Bettina Mey nicht. Doch man fliege schon etwas unruhiger. "Es ist so wie sonst", meint ein Mann aus Beckum, der anonym bleiben möchte. "Es ist nicht ideal, das was passiert ist. Aber das kann überall geschehen. Hundertprozentig sicher ist man nirgendwo."
Ute Jolmes aus Paderborn sieht das erheblich anders. Sie hat sich am Abend des Attentats bei Air Berlin erkundigt, ob und wann der Flug gehe und was zu beachten sei. "Wir sagen deswegen den Urlaub nicht ab und lassen ihn uns nicht vermiesen – aber man denkt schon darüber nach", sagt sie. Bei einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und einem Urlaub auf eigenes Risiko hätte sie den Flug aber nicht angetreten. Zugegebenermaßen viel mehr Sorge macht ihr die Neue Grippe. Doch dafür ist sie gut vorbereitet. Mit dem Anti-Grippe-Mittel Tamiflu und Desinfektionsmittel. Gleich nach der Landung in Mallorca heißt es für ihren Sohn Marc und dessen Freund Jonas Decker: Hände waschen.