Paderborn. Unfassbares geschieht in Paderborn. Menschen mit Paderborner Kennzeichen und Arminia-Emblem fahren seelenruhig durch die Stadt, und in einem Hinterhof basteln junge Menschen voller Freude an einem Doppelhalter in den Bielefelder Vereinsfarben Schwarz, Weiß und Blau.
Dabei wird doch die Stadt von den einheimischen Fußballfans am liebsten nur "verbotene Stadt" genannt. Und auch ein Paderborner Wirt zeigt ungeahnte Tendenzen und gibt den "Aufständischen" sogar eine Heimstatt in Form seiner Gaststätte, um Spiele von
DSC Arminia Bielefeld am Bildschirm zu verfolgen – obwohl bei ihm der zweitgrößte Paderborner Fanclub zuHause ist.
Das mutige Völkchen hat auch einen Namen. "Bieleborner" nennt sich die Truppe und drückt beim Zweitliga-Nachbarn kräftig den Arminen vom Teuto die Daumen. Die Idee, in Paderborn einen Arminia-Fanclub zu gründen, hatten die beiden Exil-Bielefelder Tobias Schmidt und Stefan Niermann sowie der aus Blomberg stammende Stefan Goth. Das Studium oder der Beruf hat das Trio in die Paderstadt verschlagen. Die Liebe zur Arminia ist mit umgezogen. "Wir wollten hier einem DSC-Fanclub beitreten, aber da es keinen gab, haben wir einfach einen gegründet", sagt Clubvorsitzender Tobias Schmidt. Seit dem 1. Juli gibt es nun die Bieleborner. Fast täglich kommen neue Fans hinzu. Zwei bis drei Anfragen gibt es pro Tag.
Dom und Sparrenburg vereint
"Wir möchten die Arminia-Fans hier begrüßen und ihnen eine Plattform bieten", erklärt Tobias Schmidt, der bei einem Paderborner IT-Unternehmen seine Brötchen verdient. Mit dem Namen Bieleborner und dem Logo mit der Bielefelder Sparrenburg und dem Paderborner Dom werden Mannschaft und Wohnort gleichermaßen symbolisiert. Den Entwurf dazu haben die Fans selbst erstellt. 20 entsprechende schwarze Poloshirts werden gerade erstellt. Damit die Arminen im Winter nicht frieren müssen, soll es später noch wärmere Sweatshirts geben.
Kräftig am schwarz-weiß-blauen Doppelhalter pinselt auch René Hahn. Dabei müsste das Herz des gebürtigen Paderborners und jetzigen Borcheners eigentlich für die andere ostwestfälische Großstadt schlagen. "Arminia ist einfach ein sympathischer Verein", meint der 21-Jährige. Paderborn sei ihm egal wie andere Vereine auch.
Natürlich haben die Bieleborner auch schon das Derby Ende Oktober in Paderborn im Blick. "Wir werden Hin- und Rückspiel gewinnen", ist sich Tobias Schmidt ziemlich sicher. Seinen Arminen wünsche er später den Aufstieg, "die Paderborner können gerne in der Klasse bleiben", gibt er sich großherzig.
Daumendrücken für den SCP
Der 24-Jährige hat zwar einen Kumpel, der SC-Fan ist, Kontakt zu Paderborner Fanclubs gibt es bisher aber nicht. "Wir haben mit Paderborn nicht viel zu tun gehabt", sagt er. Einmal hat er aber im Stadion in einem Paderborner Zuschauerblock die Daumen für die Finke-Kicker gedrückt – beim Relegationsspiel gegen den VfL Osnabrück. "Weil wir die einfach nicht mögen", so Schmidt.
Ein Derby gegen Paderborn dagegen schon. So planen die Bieleborner vor dem Spiel ein Grillfest für die Fans. Das könnte größer ausfallen. "Das Stadion wird ausverkauft sein", sind sie sich sicher.
Ihren großen Auftritt haben die Fans am kommenden Montag in der Schüco-Arena. Vor dem Spiel gegen Rostock werden sie dann als neuer Fanclub der Bielefelder geehrt – es ist der hundertste und kommt aus Paderborn. Unfassbares geschieht in der Paderstadt.
Ich weiss nicht, warum manche Arminen so überheblich böshaft sind? Wir SCPer sind aber gerne der Prellbock.... :-)
P.S.: Geht mal ins Ruhrgebiet und fragt mal welcher Club beliebeter ist: Arminia oder Paderborn... :-)