Peter Evers, Hauptsponsor des Fußballklubs SC Paderborn, hat immer wieder Ärger mit der Polizei
Paderborn. Der Unternehmer Peter Evers (43) aus Erwitte ist ein Mensch, der häufig Emotionen zeigt. Vor allem im Zusammenhang mit dem Fußballspiel schießt Evers, der Vizepräsident des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn, offenbar leicht über das Ziel hinaus. Manchmal kommt er dann mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft in Konflikt. Nach Informationen dieser Zeitung ist das in letzter Zeit mehrfach geschehen. Die Details werfen Fragen auf. Evers jedenfalls fühlt sich unschuldig.
Wenn man Christian Bönig, den Pressesprecher des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli, nach Peter Evers fragt, dann erntet man ein süffisantes Lächeln. Am 7. Oktober 2007 war Evers beim Spiel gegen den SC Paderborn von Polizeibeamten gefesselt und dann aus dem Stadion am Hamburger Millerntor geführt worden.
Der Vorwurf war, dass Evers zwei Ordnern radikale Parolen zugerufen und einen von ihnen sogar körperlich misshandelt habe. Die Hamburger Staatsanwaltschaft fertigte eine Anklageschrift, doch in der Hauptverhandlung wurde das Verfahren "wegen geringer Schuld" eingestellt, wie der Oberstaatsanwalt Bernd Mauruschat gestern erläuterte. Es sei ein "unübersichtliches Geschehen" gewesen.
Evers: Reine Willkürgeschichte
Evers hingegen spricht von einer "reinen Willkürgeschichte", die man ihm damals habe anhängen wollen. Immerhin verhängte der FC St. Pauli gegen Evers ein einjähriges bundesweites Stadionverbot, wie Bönig bestätigte.
Ob Evers daraus die richtigen Lehren zog, darf bezweifelt werden. Am 12. Mai dieses Jahres geriet er in der Paderborner Arena in eine körperliche Auseinandersetzung mit Betreuern von Werder Bremen II. Am Ende lag Evers, damals noch der 1. Präsident des SC Paderborn, flach auf dem Rasen. "Nach dem Spiel haben wir uns wieder vertragen", sagt
Evers.
Mit den Bielefelder Steuerfahndern hat er sich aber noch nicht versöhnt – im Gegenteil. Sie hatten am 6. Mai die Geschäftsstelle des SC Paderborn durchsucht. Unkontrolliert aggressiv habe sich Evers gegen sie verhalten. Schon in der Geschäftsstelle habe er Drohungen und Beschimpfungen ausgestoßen, heißt es in einer Strafanzeige des Bielefelder Finanzamtes für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung.
Evers habe einen Fahnder aus seinem Fanshop gestoßen, ihm dabei einen Bluterguss zugefügt. Außerhalb des Stadions soll Evers einen anderen Fahnder mit dem Auto verfolgt, in einer Parklücke eingekeilt und dort verbal attackiert haben. Gegen Evers wird deshalb wegen Körperverletzung, Nötigung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Der Beschuldigte sagt hingegen, die Steuerfahnder hätten ihn zuerst "körperlich angegriffen". Zuvor hätten sie den von ihm betriebenen Fanshop "gestürmt". Er werde nun selbst "Anzeige erstatten".
Rabiat auch gegen die Polizei
Evers gilt als einer der potentesten Sponsoren des SC Paderborn. Am 9. Dezember 2008 wurde der Vizepräsident von der Polizei in der Paderborner Innenstadt gestoppt, weil er am Steuer telefonierte. Als die Beamten die Personalien aufnehmen und den Verkehrssünder fotografieren wollten, wurde Evers rabiat. Er riss die Autotür mit aller Gewalt zu und warf dabei einen Beamten um. Wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte musste Evers in diesem Fall 2.000 Euro zahlen.
Nach Recherchen der Neuen Westfälischen hat obendrein auch das bayerische Polizeiverwaltungsamt in Straubing gegen den Paderborner Fußball-Vizepräsidenten eine Strafanzeige erstattet. In diesem Fall soll es aber "nur" um den Vorwurf falscher Verdächtigung gehen.