Paderborn (rom). Im April deutete es sich bereits an, jetzt ist es amtlich: Wincor-Nixdorf schickt einen Teil der Beschäftigten in die Kurzarbeit.
Wie Unternehmenssprecher Andreas Bruck gestern mitteilte, ist etwa ein Drittel der 4.200 Beschäftigten in Deutschland von der Maßnahme betroffen. Detaillierte Pläne, so Bruck, würden jetzt ausgearbeitet. So soll ab Oktober die Arbeitszeit bei Wincor Nixdorf voraussichtlich um vier Tage pro Monat reduziert werden, zunächst befristet bis Dezember dieses Jahres. Einzelne Bereiche des Konzerns sind sehr unterschiedlich betroffen. Bruck: "Manche Abteilungen sind nach wie vor gut ausgelastet. Bereiche wie den Kundenservice können wir auch nicht zurückfahren. Bei der Produktion der Geldautomaten sieht es wegen der zur Zeit gesunkenen Nachfrage schlechter aus."
In Paderborn werden noch mehr als ein Drittel der Belegschaft in die Kurzarbeit gehen. Zum einen, weil Paderborn mit 2.300 Beschäftigten der größte Standort von Wincor-Nixdorf in Deutschland ist und zum anderen, weil hier einige laufende Projekte gestrichen werden müssen. Bruck: "Dabei handelt es sich nicht um eigene Entwicklungen von Wincor, sondern um Projekte, die von Kunden in Auftrag gegeben wurden und die jetzt wegen Sparmaßnahmen in deren Unternehmen ganz zurück gezogen oder längerfristig auf Eis gelegt werden."
Wincor-Nixdorf ist weltweit (9.360 Mitarbeiter) der zweitgrößte Hersteller von Geldautomaten und Kassensystemen. Die im April vorgestellten Halbjahreszahlen des Geschäftsjahres 2008/2009 sahen noch recht gut aus: Umsatzplus von 4 Prozent, operatives Ergebnis plus 2 Prozent, Nettoergebnis plus 5 Prozent.
Vorstandsvorsitzender Eckard Heidloff sah aber schon pessimistisch in die Zukunft. Der Trend vieler Kunden, ihre Geräte in Zeiten der Krise länger zu nutzen als geplant, war schon abzusehen.

















