Kreis Paderborn/Büren-Ahden. Am Montag, 9. November, fällt die Berliner Mauer nach genau 20 Jahren ein zweites Mal. Doch statt grauer Betonteile fallen diesmal zwischen Reichstag und Potsdamer Platz 1.000 bunt bemalte Styropor-Elemente wie große Domino-Steine. Zwei dieser Stelen wurden von Paderborner Künstlern gestaltet: Herman und Hyazinth Pakulla.
Gestern Nachmittag stellten die beiden ihre je 2,50 Meter hohen, 20 Kilo schweren und wetterfesten Werke auf dem Flughafen Paderborn/Lippstadt vor. Der Flughafen sponsert nämlich das gesamte Unterfangen, berichtet Beate Nessel, die im Flughafen für den Bereich Marketing verantwortlich zeichnet.
Über einen Tipp war die Flughafen-Geschäftsführung auf die spektakuläre Aktion in Berlin aufmerksam geworden. "Seit 40 Jahren ist der Flughafen für die Menschen der Region das Tor zur Welt und ermöglicht ihnen grenzenlosen Reisen", sagt Nessel, "da bot sich die Verbindung zum Mauerfall und der Reisefreiheit für die Bürger der ehemaligen DDR geradezu an".
Buchstäblich in letzter Minute sicherte sich der Flughafen noch zwei der Reisen-Dominosteine, die Anfang September in den Ateliers der beiden Künstler angeliefert wurden. Knapp zwei Wochen hatten die beiden Zeit für eine zündende Idee und die farbenfrohe Umsetzung. Die Größe der Leinwand und der enorme Zeitdruck stellten eine große Herausforderung für die Künstler dar, die sie jedoch mit Bravour und vor allem gern gemeistert haben.
Künstler Herman, mit bürgerlichem Namen als Herman Reichold bekannt, ist Spezialist für großformatige Bilder und Motive mit Ecken und Kanten. Er bevorzugt eine klare Bilder- und Formensprache.
Der 47-jährige Paderborner zeigt Gott mit goldenen Haaren, der auf der Weltkugel sitzt, die leicht herzförmig zusammengedrückt ist. Flieger umkreisen den Erdball, auf dem man natürlich auch den Paderborner Dom und das Brandenburger Tor entdecken kann. "Dabei sei ist alles", weiß Herman, und freut sich deshalb, bei diesem Projekt als heimischer Küntsler die Region vertreten zu dürfen.
So sieht das auch Hyazinth Pakulla. Der 36-Jährige mit polnischen Wurzeln, arbeitet seit 20 Jahren als Künstler in Paderborn, wo er von 1997 bis 1999 an der Universität studierte. Auf seinem Domino-Stein stellt ein Reißverschluss die Verbindung der beiden Städte Paderborn und Berlin dar. Die bunten Flieger im Himmel verbinden Menschen und Nationen und sind für Pakulla ein Symbol für Freiheit und Vielfalt. Bauwerke wie der Paderborner Dom, der Berliner Fernsehturm ("Tele-Spargel") und das Brandenburger Tor symbolisieren beide Städte.
Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls werden die insgesamt 1.000 bunt bemalten Dominosteine entlang des ehemaligen Mauerverlaufs aufgebaut, um dann in einer Inszenierung ab 19.25 Uhr zu fallen. Dieses Spektakel wird weltweit im Fernsehen übertragen Der Zeitpunkt wurde übrigens mit Bedacht gewählt, denn just zu diesem Zeitpunkt gab Günter Schabowski, damals Sprecher der Regierung Krenz, eher ungeplant die Öffnung der Berliner Mauer bekannt.
Mit der Aktion soll auch die Gruppe der heute unter 20-Jährigen mit der Geschichte der deutschen Teilung und dem Mauerfall im November 1989 bekannt gemacht werden