Pelizaeus-Gymnasium empfängt mehr als 1.000 ehemalige Schüler und Lehrer zum 150-jährigen Jubiläum
Paderborn. "Zwei Umzüge und zwei Weltkriege hat das Pelizaeus-Gymnasium überstanden". Mit Stolz blickt Schulleiter Antonius Steins auf die 150-jährige Geschichte der Schule zurück. Am Nachmittag des Tages der Deutschen Einheit eröffnete er in der Turnhalle des Gymnasiums den Festakt zum großen Jubiläum und Ehemaligen-Treffen.
Rund 5.500 frühere Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer hatte das Pelle eingeladen. Über 1.000 kamen. Persönlich begrüßte Steins Vertreterinnen und Vertreter der Abiturjahrgänge 1928, 1935 und 1936. Mit 101 Jahren war die Paderbornerin Katharina Siewers die "Stammesälteste". Das verdiente einen Blumenstrauß vom Direktor.
Voller Lob waren auch die Worte des ehemaligen Schulleiters Franz Josef Floren. Sei es der Widerstand während der NS-Zeit oder schlichtweg der Name: das Pelizaeus-Gymnasium sei eben "einmalig". Es stehe nicht nur für ansehnliche Bildung, sonder auch für ausgeprägte Persönlichkeitsentwicklung. Mit Blick auf die kontinuierlich steigenden gesellschaftlichen Herausforderungen müsse die Schule auch in Zukunft "den Menschen stärken". Dr. Brigitte Hunstig-Inkmann, ehemalige Schülerin, Mutter und Pflegschaftsvorsitzende, ließ die letzten Jahrzehnte mit "Aufs und Abs" Revue passieren. Schülersprecherin von 1972, Ulrike Brandenburg, und der aktuelle Schülersprecher Jakob Keienburg hielten eine Rede im Duett. Fetzige Musik der Pelizaeus-Bigband unter Leitung von Joachim Duhe umrahmte den Festakt.
Schon währenddessen trafen sich Abiturientinnen und Abiturienten aus 75 Jahrgängen in den Klassenräumen. Begeistert servierten Schüler den Ehemaligen Kaffee und Kuchen.
Schon Monate zuvor hätten sie sich auf das Wiedersehen in den vertrauten Gebäuden des Gymnasiums gefreut, schwärmen vier Seniorinnen, die 1946 am Pelle gemeinsam ihr Abitur gemacht hatten. "Wir waren der erste Jahrgang nach dem Krieg", erzählt die 84-jährige Erika Tewes. 1944 seien sie zum Arbeitsdienst eingezogen worden und hätten häufiger im Luftschutzkeller als auf der Schulbank gesessen. Trotzdem denken sie gerne an ihre Schulzeit und Lehrer zurück. "Eine wirklich gute Schule", sagt Wilmar Schulte-Holtey, Jahrgang 1927, die extra aus Bochum angereist ist.
Helfende Hände des Festes waren hauptsächlich die Schüler. So führten sie beispielsweise in der Pausenhalle Buch über Eingeladene und Gäste und überreichten allen Ehemaligen eine Pelizaeus-Tasche mit Festschrift, Tasse und anderen Kleinigkeiten. "Das ist schon cool, die ganzen Pelizaer zu treffen", freut sich Lena Raudisch aus der 12. Jahrgangsstufe: "Teilweise könnten die ja meine Großeltern seien." Dafür nehme sie auch gern in Kauf, dass die Schule sich seit gut zwei Wochen im "Ausnahmezustand" befinde. Ihre Mitschülerin Judith Kulinna wartet schon jetzt sehnsüchtig auf das nächste große Jubiläum, auf dem sie sich dann alle wiedersehen. "Dann gehören wir nämlich zu den Ehemaligen", schmunzelt sie.
Neben dem gemütlichen Beisammensein konnten die Gäste auch aktuelle und alte Ausstellungen zu den verschiedenen Schulfächern bewundern oder einfach bei Bratwurst und Bier auf dem Schulhof über alte Zeiten plaudern. Am Samstagabend gab es sogar noch Tanz und Akrobatik beim "Best of Varieté". Von den Schülern organisiert, versteht sich. Zum Ausklang des Abends passte ein Satz des Veranstaltungsmottos: "Schule macht Arbeit, aber nicht nur . . . ".