Paderborn. Es war der Versuch einer Richtigstellung, bereicherte die Diskussion um die Verwendung der Studiengebühren an der Universität Paderborn im Jahr 2008 jedoch nur um eine weitere Sprachregelung.
So erklärte Uni-Präsident Nikolaus Risch am vergangenen Donnerstag den mehr als 1.000 Zuhörern im Audimax, das hauseigene Prüfungsgremium (PG-QdL) habe 76 Prozent der vorliegenden Verwendungsbelege "als Stichprobe" tiefgehend studiert. "Die weiteren 24 Prozent sind dann aus Effizienzgründen nicht weiter überprüft worden, aber selbstverständlich liegen alle Belege dazu vor", sagte Risch. Eine Aussage, die von der Juso-Hochschulgruppe mit Verweis auf den unter Verschluss gehaltenen Bericht des Prüfungsgremiums als "falsch und leicht zu behaupten" bewertet wurde.
Auf Nachfrage der Neuen Westfälischen bestätigte Barbara Tigges-Mettenmeier, Vorsitzende des Gremiums, die Vermutung der Hochschulgruppe, es handele sich bei der kursierenden Zahl von 24 Prozent stattdessen um nicht verausgabte Mittel. "Die Aussage bezog sich definitiv auf die geschobenen Mittel", sagt sie. "Der Prozentsatz ist jedoch in jedem Fall nur ein Schätzwert. Zu genauen Höhe können wir keine klare Aussage machen." Daraufhin habe ihr Gremium den Fakultäten empfohlen, zukünftig Mittel nur projektbezogen ins Folgejahr zu "schieben" – also anzusparen.
"Da muss man sich schonmal ernsthafte Gedanken über die Höhe unserer Studiengebühren machen", fordert Jonas Wagener, Vorsitzender der Juso-Hochschulgruppe. Tigges-Mettenmeier weiß hingegen, dass die 2008 nicht verausgabten Mittel in der Zwischenzeit investiert wurden – nur nicht wo. "Es wurde uns nur pauschal gesagt, dass es verausgabt ist", berichtet sie. Die detaillierten Verwendungnachweise der mehreren Millionen Euro würden jedoch in jedem Fall mit dem kommenden Prüfbericht geliefert. Tigges-Mettenmeier: "Der wird dann ja auch öffentlich."
Wer sich Präsident Rischs Aussagen oder die gesamte Infoveranstaltung der Universität noch einmal auf Video anschauen will, kann dies auf der Internetseite "Upb-Tv" tun, die von Studierenden der Fakultät Medienwissenschaften betreut wird: http://upb-tv.de