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05.11.2009
"Risch spielt auf Zeit"
Studierendenvertreter fühlen sich vom Uni-Präsidenten nicht ernstgenommen / Vollversammlung beschließt Forderungskatalog
VON MARIUS GIESSMANN

Leere Ränge | VON MARIUS GIESSMANN

Paderborn. Auch eine Woche nach der turbulenten öffentlichen Pressekonferenz ist von organisiertem Protest an der Universität nur wenig zu spüren. Etwa 100 Besucher folgten gestern dem Aufruf der Asta zur Vollversammlung in den größten Hörsaal der Universität.
Dort machte der Asta-Vorsitzende Sebastian Rose erst einmal seinem Unmut Luft. "Wir empfinden die öffentliche Pressekonferenz als Farce", sagte er. Alle Antworten auf die Fragen der Studierenden seien nur vage beantwortet worden. Rose: "Risch spielt jetzt auf Zeit. Wir müssen mit Konsequenzen drohen." 

Daraufhin einigten sich die wenigen Anwesenden auf ein Forderungskatalog an das Präsidium.

Noch gestern Mittag stellte sich der Widerstand gegen die aktuelle Hochschulpolitik gewaltiger dar. Das Ergebnis der einwöchigen Unterschriftenaktion an der Universität war eindeutig: Mit 4.000 Stimmen  erklärte sich etwa jeder vierte Studierende mit den aktuellen Studienbedingungen unzufrieden. Aufgrund dieser Stimmgewalt bekam der Zusammenschluss der acht beteiligten Fachschaften für Anfang kommender Woche einen Gesprächstermin mit dem Präsidium.

Eine Woche später, am 16. November ist für 20 Uhr wieder eine öffentliche Diskussionsrunde mit Präsident Nikolaus Risch angesetzt.





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Kommentare
Was die Einklagbarbeit von Gebühren eingeht, so hat Sarah wohl recht. Aber darum geht es hier doch gar nicht. Es geht doch um die Frage, ob wir uns, als zunkünftig akademische Nutzer dieser Universität weiterhin so von Herrn Risch verschaukeln lassen wollen. Ob wir weiterhin ja und Amen sagen wollen, während er arrogant mit den Augen rollt und seine schnippischen Kommentare abgibt. Ob wir weiterhin hinnehmen wollen, dass unter der Ägide von Herrn Risch unsere Studiengebühren in ominösen Kanälen verschwinden, über deren Verbleib dann aber nicht mehr gesprochen werden darf. Ob wir es weiter hinnehmen wollen, dass Herr Risch uns in öffentlichen Fragerunden alle als ein wenig dumm darstellt als seien wir einfach nicht in der Lage ihn zu verstehen. Wollen wir weiterhin eine Universität, an der die einfachsten Gepflogenheiten des gegenseitigen Umgangs zwischen Leitung und Studenten seitens des Präsidenten immer und immer wieder mit Füßen getreten werden? Wollen wir wirklich die kleinen dummen Studenten bleiben, die ja eh nichts sagen, die ja eh nix machen und die sich, sobald man ihnen ein paar Stunden zuhört schon Ruhe geben? An anderen Unis ist es jedenfalls Gang und Gäbe, dass die Studis wissen, wo ihr Geld geblieben ist. Und an anderen Unis gehen die Rektoren und Präsidenten jedenfalls ernsthafter mit berechtigten Fragen der Studis um. (Siehe Bielefeld). Hier in Paderborn kann sich der Herr Risch aber alles erlauben.

Ob die Studienbedingungen nun schlecht oder sehr schlecht sind - die Hochschulleitung wird es im Grunde wenig kümmern. Denn die Universitäten waren sehr schlau, als die Studiengebühren eingeführt wurden. Sie haben die "Studiengebühren" einfach als "Studienbeiträge" deklariert. Warum? Weil das den kleinen aber feinen juristischen Unterschied ausmacht. Für "Studiengebühren" könnten Studenten von Seiten der Hochschule eine (einklagbare) Gegenleistung verlangen. Für "Studienbeiträge" müssen von Seiten der Universität keinerlei Gegenleistungen erbracht werden. Und wenn auf dem Dach Seminare abgehalten werden müssten oder Studenten 10 Jahre für ihr Studium brauchen würden - der Rechtsweg ist ausgeschlossen, ist das nicht fein! Kein Student kann seine Gebühren aufgrund der schlechten Studiensituation zurückfordern!!! Deswegen wird jetzt beschwichtigt und dann geht es munter weiter wie bisher. Die Unileitung weiß schließlich, dass die Studenten aufgrund der Studiengebühren keinerlei zusätzliche Rechte haben. Massenklagen müssen sie nicht befürchten. Und es wird immer Studenten geben, die woanders den NC nicht schaffen und deswegen nach Paderborn kommen - negative Publicity hin oder her. Schließlich gibt es in Paderborn für die Erstsemester sogar Netbooks.


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