Paderborn. Der Raummangel an der Universität Paderborn könnte bald der Vergangenheit angehören. So lautet das vage Zwischenergebnis eines Gesprächs zwischen Fachschaftsvertretern und der Hochschulleitung. Dazu sollen Veranstaltungen künftig stärker als bisher in die Randzeiten verlegt und bei zusätzlichem Bedarf Räume von der Technologiepark GmbH (TPG) angemietet werden.
"Kein Interesse, stundenweise zu vermieten"
Der bietet nach Aussage von TPG-Prokurist Jürgen Geisler aktuell 720 Quadratmeter unmöblierte Bürofläche, die praktisch sofort angemietet werden könne. "600 Quadratmeter davon sind erst im Sommer freigeworden, weil das Fraunhofer-Institut zurück in die Uni gezogen ist", sagt Geisler. Vermieter Emin Özel berichtet, dass bereits im September Mitarbeiter des Uni-Kanzlers Jürgen Plato diese Räume besichtigt hätten. "Inzwischen habe ich jedoch die Information erhalten, dass die Räume wohl nicht in Frage kommen", sagt Özel und fügt hinzu: "Ich habe allerdings auch kein Interesse, die Räume stundenweise zu vermieten." Dazu müsste sich die Hochschule ins Konferenzraumzentrum der TGP einmieten. Eine gängige Praxis, wie Geisler weiß: "Das wird von der Uni bereits an zweieinhalb Tagen pro Woche genutzt."
Klarheit könnte die Podiumsdiskussion am kommenden Montag, 16. November, bringen. Spätestens dann will sich die Hochschulleitung auch zum folgenden Fragenkatalog der vergangenen Vollversammlung äußern.
Fragenkatalog an die Hochschulleitung:- Wie viele Studienanfänger wird die Universität imkommenden Jahr aufnehmen?
- Wie sieht die langfristige Planung der Universität zu den Studierendenzahlen aus?
- Soll es eine institutionalisierte Begrenzung der Erstsemesterzahlen geben?
- Welche Räume werden noch in diesem Semester für die Lehre zusätzlich zur Verfügung stehen?
- Gibt es Geld für neue/mehr Räume/Lehrende?
- Wie viele Studierende passen in diese Räume?
- Wann wird der aktuelle Bericht des Prüfungsgremiums sowie der Verwendungsbericht veröffentlicht?
- Wann können wir mit einer Nachbesserung des Verwendungs- und Prüfberichtes rechnen?
- Wie viel der bis jetzt erhobenen Studiengebühren wurden nicht verausgabt (aufgeschlüsselt nach Semester; absolut und in Prozent)?
- Was passiert mit den nicht verausgabten Studiengebühren?
- Welchen Anteil an der Netbook-Aktion tragen die jeweiligen Sponsoren? -> Wie viel haben uniinterne Stellen dazu gezahlt (u.a. durch Drittmittel)?
- Wann funktioniert PAUL? Welche Konsequenzen wurden und werden aus dem Nichtfunktionieren gezogen?
- Ist langfristig eine weitere Erhöhung der Studiengebühren geplant/in Betracht gezogen?
- Wie sehen die Rahmenbedingungen für qualitative Lehre aus? Wie viele Seminarteilnehmer sind akzeptabel?
- Für wie viele Studierende (absolut) ist die Universität räumlich (und personell) ausgelegt?
- Soll die Netbook-Aktion auch im nächsten Semester wieder stattfinden?
- Warum sucht die Uni Sponsoren für Netbooks aber nicht für neue Hörsäle und mehr Professoren?
- In wieweit ist sich die Hochschulleitung in irgendeiner Form einer Schuld bewusst?
- Stichwort Hotelbau: Was ist mit den versprochenen Aufenthaltsräumen im Campushotel geschehen?
- Gehen Teile der Semesterbeiträge in die Mensula und finanzieren wir damit das Essen der Professoren?
- Würden die Räume bei der aktuellen Auslastung den Brandschutz- und Fluchtwegebestimmungen standhalten?
Forderungen an die Hochschulleitung
- Veröffentlichung des Prüfungsberichts und des Verwendungsberichts der Studiengebühren in anonymisierter Form, der offensiv kommuniziert wird, auch der vergangenen Semester.
- Zurückzahlung nicht verausgabter Gelder
- Hochschulöffentliche Sitzungen des Prüfungsgremiums.
- eine Garantie auf einen Sitzplatz in Pflichtveranstaltungen und –seminaren.
- eine vollständige Gebührenfreiheit, falls eine Sitzplatzgarantie nicht zu Gewährleisten ist.
- Die Universitätsleitung soll öffentlichkeitswirksam mit allen Statusgruppen eine ausreichende Finanzierung von der Landesregierung fordern
- Die Universitätsleitung soll sich dafür einsetzten, dass die Landesregierung Kapazitätsüberlastungen abstellt.
- Veröffentlichung der Sponsoren (inklusiveuniinterne Stellen) der Netbook-Aktion und des jeweiligen Umfangs
- Schrittweise Abschaffung der Studiengebühren und sofortige Senkung um mindestens 24%
- Masterzugang für alle Studierenden
- Keine Multiple Choice Klausuren
- Veröffentlichung des Wirtschaftsplans
- Ausweitung der Kriterien für den Härtefallantrag und bessere Beratung durch die Hochschulverwaltung
- Arbeitsplätze und Steckdosen für alle
- Bessere Informationspolitik gegenüber den Studierenden
- Alternative Prüfungstermine im gleichen Semester
Bei Nichterfüllen der genannten Forderungen, fordert die Vollversammlung der Studierendenschaft den Rücktritt Rischs. Sie erwartet, dass Präsident Risch bis zum 13.November 2009 schriftlich und öffentlich zu den oben genannten Punkten Stellung nimmt.