Protestler belagern Foyer des Audimax' / Studierende unzufrieden mit den Antworten des Uni-Präsidiums
Paderborn. Es regt sich weiter Widerstand an der Universität
Paderborn. Im Anschluss an die zweite Podiumsdiskussion besetzte
gestern eine Gruppe von etwa 50 Studierenden zunächst das Audimax. Mittlerweile haben sich die Protestler ins Foyer des größten Hörsaals zurückgezogen, um die laufenden Lehrveranstaltungen nicht zu stören. Wie Asta-Vorsitzender Sebastian Rose mitteilte, sei eine ein weitere offene
Diskussionsveranstaltung für 20 Uhr im Audimax geplant. Die Studierenden halten die Antworten der Hochschulleitung für unzureichend.
Den ersten Versuch zur Verbesserung der aktuellen Informationssituation an der Universität Paderborn unternahm das Präsidium am vergangenen Freitag, als es die Antworten auf den Fragenkatalog der Studierenden ins Internet stellte. Fortschritte macht auch die Klärung zur Verwendung der Studienbeitragsmittel. Dazu wird der weiterhin unter Verschluss gehaltenen Verwendungsbericht der Fakultäten geprüft – vom Landesministerium für Innovation.
"Wir werden gucken, ob es darin irgendwelche Ungereimtheiten gibt", sagt ein Sprecher und betont: "Dabei prüfen wir nur, ob etwas rechtlich zu beanstanden ist." So sei zum Beispiel die großzügige Verwendung von "freien Drittmitteln", wie sie die Stellungnahme der Hochschulleitung für die umstrittenen Netbooks benennt, rechtlich einwandfrei. In dem Bericht von Nikolaus Risch und Kanzler Jürgen Plato heißt es dazu: "Von den Gesamtkosten in Höhe von 1.139.223 Euro werden ca. 1 Million Euro durch erwirtschaftete freie Drittmittel gedeckt." Eine Formulierung, die bei verschiedenen Professoren für Irritationen sorgt.
Die eigentliche Frage der Studierenden, mit welchen Spendensummen sich welche Sponsoren beteiligt haben, klärt der Internettext nicht. Die Gründe hierfür sind selbst den Sponsoren schleierhaft. Sowohl die Volksbank, die Sparkasse, die Universitätsgesellschaft als auch die Hamburger Firma "Datenlotsen" gaben dieser Zeitung ohne Umschweife Auskunft: zusammen spendeten sie 45.000 Euro.
Die verbleibenden beinahe 100.000 Euro müssten demnach von Professoren, Vorstandsmitgliedern und privaten Spendern stammen, die allesamt nicht genannt werden wollen – im Hinblick auf die sonstige Öffentlichkeitsarbeit der Universität eine eher unübliche Praxis.
Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet
Eine klare Aussage ist für die Studierenden hingegen, das vom hauseigenen Prüfungsgremium PG-QdL, das die Verwendung von Studiengebühren überwacht, "ein zusammenfassender Bericht" veröffentlicht werden soll. Das gleiche gilt für den Berichtsteil des Präsidiums. Wann es dazu kommt – die eigentliche Frage der Vollversammlung – bleibt jedoch unbeantwortet.
Weitere Unklarheiten produziert die Stellungnahme des Präsidiums auf die Frage, für wie viele Studierende die Universität räumlich ausgelegt ist. Hier nennt das Schreiben eine "Studienplatzzielzahl" von 10.400 Plätzen für Studierende, die sich in der Regelstudienzeit befinden. Das treffe aktuell jedoch lediglich auf 10.211 der 14.800 Eingeschriebenen zu.
Amtliche Erkenntnis zum Thema Raumnot
Die weiteren Ausführungen der Antwort liefern eine amtliche Erkenntnis zum Thema Raumnot: So beträgt nach Auskunft der Unileitung der Flächenbedarf für die Zielzahl von 10.400 Regelzeit-Studierenden rund 100.000 Quadratmeter. Die Universität Paderborn verfügt aktuell jedoch nur über etwa 88.000 Quadratmeter.
Gestern kam es von 20 Uhr bis 23 Uhr zu einer Fortsetzung der am 29. Oktober vertagten Diskussionsveranstaltung im Audimax der Universität. Im Anschluss besetzten etwa 50 Personen das Audimax. Um den Lehrbetrieb im größten Hörsaal der Universität nicht zu behindern, wechselte die Gruppe ins Foyer, wo sie einen Informationsstand errichtete.
Kühen mit Hörnern werden übrigens 10m² zugestanden.
Mich würde interessieren: Fallen Flure und Treppen auch unter diese "Bedarfsflächen"?
+++ Paderborn - "Die Universität der Massentierhaltung" +++.