Paderborn. In Woche sechs der schwelenden Unzufriedenheit an der Universität Paderborn schalten sich jetzt auch verschiedene Parteien in die Debatte ein. Nach Ansicht von Sigrid Beer, der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion ist es "hochgradig peinlich", dass sich mittlerweile selbst das Ministerium genötigt sieht, die Mittelverwendung der Hochschule zu prüfen.
"Abwiegeln und Beruhigungspillen verteilen, das ist das Motto", schreibt Beer weiter in ihrer Stellungnahme. Jedes Stückchen Transparenz müsse dem Uni-Präsidenten abgerungen werden, analysiert sie. Vorherrschendes Muster bleibe es, den schwarzen Peter an die Studierenden abzugeben.
Gleicher Ansicht sind auch Roswitha Köllner und Reinhard Borgmeier von der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP). Wenn die Hochschulleitung öffentlich argumentiere, ein Teil der unerträglichen Situation gehe auf das Konto derer, die "zu lange bräuchten", könne man das ohne Hemmungen "als Zynismus beschreiben". "Bis heute ist nicht öffentlich erklärt, wer die Netbooks bezahlt hat und der Nachweis über eine korrekte Mittelverwendung der Studiengebühren steht ebenfalls noch aus", heißt es weiter in der Solidaritätserklärung an die protestierenden Studenten.
Beer spricht in diesem Zusammenhang sogar von "unhaltbaren Zuständen" an der Universität Paderborn und fragt: "Ab wann sieht sich die Hochschule in der Pflicht, Studiengebühren zurück zu zahlen, weil die Gegenleistung nicht stimmt?"
Eine Frage, die auch die wachsende Gruppe von friedlich protestierenden Studenten im Audimax-Foyer interessiert. In einem Flyer fordern sie: Öffentliche Berichte des Prüfungsgremiums, Anpassung der infrastrukturellen Kapazitäten, vernünftige Seminargrößen, mehr Landesmittel und die Abschaffung von Studiengebühren.
Schon aufgrund ihres Durchhaltevermögens können sich die Protestler der Unterstützung von Seiten der Politiker sicher sein. "Wir wünschen euch für den Paderborner Protest maximalen Erfolg und die Erkenntnis, dass der größte Lernerfolg mit der eigenen Tat zu erzielen ist", schreibt die DIP. Beer geht sprichwörtliche einige Schritte weiter. Die Grünenpolitikerin hat angekündigt, am Donnerstag gegen 12.30 Uhr an die Universität zu kommen, um das Gespräch mit den Studierenden zu suchen.