Uni-Präsidium verzögert Prüfung des Ministeriums / Protestler kontaktieren Fachschaften
Paderborn. Trotz des anhaltenden Protests an der Universität Paderborn ist es still geworden um die unklare Verwendung von Studiengebühren. Obwohl der Senat vor mehr als 14 Tagen die Veröffentlichung verschiedener Berichte beschlossen hat, warten die Studierenden immer noch. Beim Landesministerium für Innovation verzögert sich zudem die Prüfung des umstrittenen Verwendungsberichts der Fakultäten. Der Grund: die von der Universität zugesagten Unterlagen sind noch nicht eingetroffen.
"Wir warten immer noch", sagt ein Ministeriumssprecher, "da es auf unsere erste Anfrage aber eine Reaktion gab, gehen wir davon aus, dass wir die Unterlagen noch bekommen." Über eine erneute Anforderung des Berichts denke man momentan noch nicht nach.
"Mit Transparenz hat das nichts zu tun"
Weniger geduldig sind die etwa 20 Protestler unter den Studierenden. "Das ist eine reine Hinhaltetaktik", sagt Holger Leydecker, Sprecher der Audimax-Foyer-Besetzer. "Mit Transparenz hat das nichts zu tun." In ihrem neuesten Flyer fordert die Gruppe darum eine öffentliche Berichterstattung des hauseigenen Prüfungsgremiums. Dessen aktueller Bericht zu dem Verwendungszeitraum Wintersemester 2007/2008 und Sommersemester 2008 ist jedoch weiter unter Verschluss. Laut Senatsbeschluss soll lediglich "ein zusammenfassender Bericht" des Gremiums veröffentlicht werden.
Wann die Studierenden erfahren können, wofür ihre Studiengebühren ausgegeben wurden, steht nach Aussage von Pressesprecher Tibor Werner Szolnoki jedoch noch nicht fest. "Natürlich sind wir da dran", sagt er. "Das wird jetzt alles aufgearbeitet und anschließend im Internet veröffentlicht." Eine Vorgehensweise, mit der die Protestler nicht einverstanden sind. "Es ist nicht besonders glücklich, das der Bericht noch einmal durchs Präsidium geschleust wird", sagt Leydecker. "Wir wollen lieber den Originalbericht, wir wollen Transparenz."
Bis es soweit ist, suchen die Protestler Gemeinsamkeiten mit den Gremien der Studierendenvertretungen. "Anfang kommender Woche werden wir uns zusammensetzen", bestätigt Matthias Schwiddessen von der Fachschaft Lehramt. "Dann gucken wir, was wir gemeinsam machen können." Dabei gehe es jedoch einzig um die Hochschulpolitik der Landesregierung. Die ist auch zentrales Thema der zahlreichen Informationsveranstaltungen, die die Protestler für ihre Mitstudenten im Audimax organisieren. Zumindest dort könnte die Stille der Universität schon bald vorbei sein. Leydecker: "So langsam läuft unser Kulturprogramm richtig an. Wir planen ein demnächst ein großes Konzert mit mehreren Bands."
Informationen zu den Veranstaltungen der Protestler
unter
www.audimax-paderborn.de
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