Kreis Paderborn. Für die Polizei war es ein ruhigerer Jahreswechsel als in den Vorjahren; für die Feuerwehren in Bad Lippspringe und Lichtenau wurde es jedoch eine "heiße Nacht".
Zwischen 18 Uhr an Silvester und 6 Uhr am Neujahrstag musste die Polizei im Kreis Paderborn 109 Einsätze bewältigen. Beim letzten Jahreswechsel waren die Polizistinnen und Polizisten 150 mal ausgerückt. Bei vielen Einsätzen waren die beteiligten Personen stark alkoholisiert. Sieben Strafanzeigen wegen teils gefährlicher Körperverletzungsdelikte wurden aufgenommen. 14 Ruhestörungen galt es zu unterbinden. Zehn hilflosen Personen musste Hilfe geleistet werden. Deutlich weniger Randalierer wurden gemeldet: vier Strafanzeigen wegen Sachbeschädigungen. Bis 3.50 Uhr blieb das Polizeigewahrsam leer. Ab dann kamen sechs stark alkoholisierte "Gäste" zur Ausnüchterung. Drei hatten Körperverletzungen begangen und auch gegenüber den Polizeibeamten heftigen Widerstand geleistet. Insgesamt wurden der Polizei zum Jahreswechsel sieben Brände im Kreisgebiet gemeldet.
Fußgänger lebensgefährlich verletzt
In Delbrück wurde ein 20-Jähriger kurz nach Mitternacht durch einen Feuerwerkskörper leicht verletzt. Ebenfalls in Delbrück ereignete sich gegen 1.35 Uhr ein schwerer Verkehrunfall, bei dem sich ein alkoholisierter Fußgänger lebensgefährliche Verletzungen zuzog. Der Mann war jedoch am Neujahrsmorgen nach Auskunft der Ärzte einer Bielefelder Spezialklinik wieder außer Lebensgefahr.
Fünf neue Fußgänger meldet die Polizei zum 1. Januar 2010: Im Rahmen von Verkehrskontrollen fielen fünf angetrunkene Autofahrer auf. Sie mussten mit zur Blutprobe und ihre Führerscheine abgeben.
Die Feuerwehr Paderborn hielt zum Jahreswechsel verstärkte Personalressourcen (30 Einsatzkräfte) einschließlich Rettungsdienst auf den Wachen Nord, Süd und Schloß Neuhaus vor. So wurden im Rettungs-dienst neben zwei Notarzteinsatzfahrzeugen auch fünf Rettungswagen bereitgehalten. Die Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr waren im Vorfeld in eine er-höhte Alarmbereitschaft versetzt worden.
Am Silvesterabend brach gegen 21.30 Uhr ein Feuer in einem Einfamilienhaus in der Straße Am Bleichgraben in Bad Lippspringe aus. Eine Nachbarin hatte Rauch aus dem Dach aufsteigen sehen und die Feuerwehr alarmiert. Die Familie, zwei Erwachsene und drei Kinder im Alter von 1, 9 und 11 Jahren, verließ das Haus unverletzt. Sie wurden in einem Rettungswagen von Sanitätern betreut. Der Dachstuhl des Hauses wurde teilweise zerstört. Die rund 45 Einsatzkräfte der Lippspringer Feuerwehr unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Elmar Thiele, die per Sirene alarmiert wurden, hatten das Feuer rasch unter Kontrolle. Im Zuge der Löscharbeiten musste das Dach von außen und von innen geöffnet werden. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 70.000 Euro. Die Untersuchungen zur Brandursache dauern an, ein Kaminbrand wird nicht ausgeschlossen. Das Haus wurde von der Polizei beschlagnahmt. Die Familie kam bei Bekannten unter.
Bereits gegen 20.30 Uhr wurde die Badestädter Wehr zu einem Wohnhausbrand an die Grabenstraße gerufen. Dort brannte eine Matratze, und die Flammen drohten auf das angrenzende Haus überzugreifen.
Den letzten Brandeinsatz des alten Jahres erledigten die hauptamtlichen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Paderborn. Um 23.40 Uhr brannte ein Papiercontainer an der Apotheke an der Elsener Straße.
Kurz nach Mitternacht geriet in Lichtenau-Grundsteinheim am Neujahrsmorgen der Dachstuhl eines Anbaus der ehemaligen Gaststätte "Zum Sauertal" am Seelhof in Brand. In der Nacht waren die Räume der nicht mehr regelmäßig betriebenen Gaststätte für eine Feier genutzt worden. Gegen Mitternacht gingen sämtliche Gäste nach draußen. Um 0.10 Uhr bemerkten die das Feuer auf dem Anbau und alarmierten die Feuerwehr. Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenau rückte nach Sirenenalarm mit den Löschzügen Lichtenau und Herbram sowie den Löschgruppen Grundsteinheim, Iggenhausen, Asseln und Hakenberg aus.
Rund 130 Feuerwehrleute unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Stefan Otto hatten das Feuer nach rund 45 Minuten in Gewalt. Auch das angrenzende Wohnhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt, die Ermittlungen der Polizei dauern an. Der Sachschaden beträgt etwa 30.000 Euro. Personen kamen nicht zu Schaden.