Moslemische Gemeinde zieht Bauvoranfrage zurück / Bauwerk soll 17,5 Meter hoch werden
Bad Lippspringe. Das Minarett für die Moschee der Mimar Sinan Cami-Gemeinde an der Detmolder Straße in Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) ist vom Tisch - für einen Monat. Die Diskussion um die Planungen der moslemischen Gemeinde gehen indes erst richtig los.
Montagmittag teilte Ferdinand Hüpping, Fachbereichsleiter Bauen und Liegenschaften in der Stadtverwaltung mit, dass das brisante Thema von der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt am Montagabend genommen werde. Hintergrund ist ein erneuter Antrag der Gemeinde, der Veränderungen gegenüber der vorliegenden Bauvoranfrage enthält.
Das nach außen hin sichtbare Zeichen der Religiosität der in der Badestadt lebenden Muslime soll 2,50 Meter höher als bislang geplant ausfallen – jetzt 17,50 Meter. Nach dem Nein zu einem runden Turm soll das Minarett jetzt 16-eckig ausfallen. Die Veränderung der Form hat seinen Hintergrund in der vorgeschriebenen Abstandsfläche. Die ist bei einen runden Baukörper nämlich größer als bei einem eckigen Turm.
Hüpping hat im Namen der Stadtverwaltung bei der Gemeinde der Moschee zusätzlichen Klärtungsbedarf geltend gemacht. Mündlich ist die vorliegende Bauvoranfrage, die gestern Abend beraten werden sollte, bereits zurückgezogen worden. Im Badestädter Rathaus wartet auch eine schriftliche Bestätigung.
Anschließend muss das Vorhaben noch einmal den Genehmigungsweg in der Verwaltung durchlaufen. Bei dem Standort der Moschee, einem früheren Hotel garni an der Detmolder Straße, handelt es sich planungsrechtlich um ein so genanntes Mischgebiet, in dem Anlagen für kirchliche Zwecke allgemein zulässig sind. Die städtischen Gremien werden also grundsätzlich um ein positives Votum nicht herumkommen.
Soll es ein Minarett für die Moschee in Bad Lippspringe geben?
Im Kreis Paderborn gibt es bereits mehrere Moscheen, die jedoch allesamt ohne Minarette errichtet wurden. In Bielefeld-Brackwede wurde der Bau eines gut 16 Meter hohen Minaretts genehmigt. Allerdings muss jetzt noch die Klage eines Nachbarn gegen das Minarett vor dem Verwaltungsgericht Minden abgewartet werden.
In der vergangenen Woche gab es in Bad Lippspringe hinter verschlossenen Türen bereits jede Menge Diskussionsbedarf. Unter anderem wurde bereits ein Prüfauftrag an das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) vergeben mit der Weisung, die Zahl moslemischer Kurgäste in Lippspringe zu überprüfen.
"Wir haben bereits jede Menge Anrufe bekommen", teilte ein prominenter CDU-Politiker aus der Badestadt im Gespräch mit der NW mit. Ähnlich sieht es Ferdinand Hüpping, der die Absetzung von der Tagesordnung so kommentierte: "Es wird nicht still."