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19.01.2010
BAD LIPPSPRINGE
Minarett-Debatte in Bad Lippspringe aufgeschoben
Moslemische Gemeinde zieht Bauvoranfrage zurück / Bauwerk soll 17,5 Meter hoch werden
VON RALPH MEYER

Zukunftsmusik | FOTO: REINHARD ROHLF/MONTAGE: THOMAS GRUNDMANN

Bad Lippspringe. Das Minarett für die Moschee der Mimar Sinan Cami-Gemeinde an der Detmolder Straße in Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) ist vom Tisch - für einen Monat. Die Diskussion um die Planungen der moslemischen Gemeinde gehen indes erst richtig los.

Montagmittag teilte Ferdinand Hüpping, Fachbereichsleiter Bauen und Liegenschaften in der Stadtverwaltung mit, dass das brisante Thema von der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt am Montagabend genommen werde. Hintergrund ist ein erneuter Antrag der Gemeinde, der Veränderungen gegenüber der vorliegenden Bauvoranfrage enthält.

Das nach außen hin sichtbare Zeichen der Religiosität der in der Badestadt lebenden Muslime soll 2,50 Meter höher als bislang geplant ausfallen – jetzt 17,50 Meter. Nach dem Nein zu einem runden Turm soll das Minarett jetzt 16-eckig ausfallen. Die Veränderung der Form hat seinen Hintergrund in der vorgeschriebenen Abstandsfläche. Die ist bei einen runden Baukörper nämlich größer als bei einem eckigen Turm.

Hüpping hat im Namen der Stadtverwaltung bei der Gemeinde der Moschee zusätzlichen Klärtungsbedarf geltend gemacht. Mündlich ist die vorliegende Bauvoranfrage, die gestern Abend beraten werden sollte, bereits zurückgezogen worden. Im Badestädter Rathaus wartet auch eine schriftliche Bestätigung.

Anschließend muss das Vorhaben noch einmal den Genehmigungsweg in der Verwaltung durchlaufen. Bei dem Standort der Moschee, einem früheren Hotel garni an der Detmolder Straße, handelt es sich planungsrechtlich um ein so genanntes Mischgebiet, in dem Anlagen für kirchliche Zwecke allgemein zulässig sind. Die städtischen Gremien werden also grundsätzlich um ein positives Votum nicht herumkommen.

Umfrage
Soll es ein Minarett für die Moschee in Bad Lippspringe geben?




Im Kreis Paderborn gibt es bereits mehrere Moscheen, die jedoch allesamt ohne Minarette errichtet wurden. In Bielefeld-Brackwede wurde der Bau eines gut 16 Meter hohen Minaretts genehmigt. Allerdings muss jetzt noch die Klage eines Nachbarn gegen das Minarett vor dem Verwaltungsgericht Minden abgewartet werden.

In der vergangenen Woche gab es in Bad Lippspringe hinter verschlossenen Türen bereits jede Menge Diskussionsbedarf. Unter anderem wurde bereits ein Prüfauftrag an das Medizinische Zentrum für Gesundheit (MZG) vergeben mit der Weisung, die Zahl moslemischer Kurgäste in Lippspringe zu überprüfen.

"Wir haben bereits jede Menge Anrufe bekommen", teilte ein prominenter CDU-Politiker aus der Badestadt im Gespräch mit der NW mit. Ähnlich sieht es Ferdinand Hüpping, der die Absetzung von der Tagesordnung so kommentierte: "Es wird nicht still."


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Kommentare
Big Brother: wir haben 185 zahlende Mitglieder...aber sprechen ca. 800 Personen an. Wenn man Kreis Bali und Altenbeken nimmt, erreichen wir oben genannte Anzahl...Nicht mehr und weniger...Von den 800 Personen sind viellicht höchstens 150-200 Personen eingedeutscht. Andere wie ich dürfen überhaupt gar nicht wählen...deshalb ist es unerheblich, ob am Tag der offenen Tür irgendwelche Versprechungen seitens der Kandidaten gemacht worden sind oder nicht...Zu dieser Veranstaltung kamen Hr. Landrat Müller, Nürmberger mit Kollegen, Bee mit Kollegen und am 2. Tag mit seiner Familie. Wir haben auch mit allen über das Gebäude gesprochen, aber es ist absolut sicher, daß es nicht um einen Minarett ging. Es kann sein, daß der eine oder andere sich eine Minarette gewünscht hat und diese auch an die Kandidaten geäußert. Wir haben auch keine taktische Fehler gemacht, weil wir überhaupt keine Taktik verfolgt haben..Antrag abgegeben ohne Hintergedanken und dann ging die Lawine los...damit hat keiner gerechnet.... Sie sind glaube ich ein Bee gegner ohne Zweifel....mag sein..ich durfte nicht wählen...und kann leider nicht mitreden...Mein Angebot gilt immer noch, uns Persönlich über dieses Thema zu unterhalten...meine Telefonnummer ist leider von redaktioneller Seite nicht veröffentlicht worden. Aber im Telefonbuch steht meine private Nummer...wenn Sie es wünschen können Sie mich jederzeit anrufen...Hr. Krevet von den Grünen und die CDU Fraktion haben sich bei mir gemeldet. Morgen werde ich Hr. Krevet im Krankenhaus besuchen und mit der CDU treffe ich mich am Montag..Wir sind offen für alle, die sich interessieren. Leider mußten wir die Infoveranstaltung am Freitag absagen, da es zu kurzfristig war und wir nicht genug Kommentatoren gefunden haben..(Karnevalszeit) Aber wir werden Ende Februar Anfang März nochholen..Warten wir mal ab, was der Rat am 22.02. sagt....Schöne Grüße

@Ernst Rodenbeck: Lesen Sie doch der Einfachheit halber die Eintragungen von Herrn Karaca z.B. vom 06.02., in der er von 800 (!) Gemeindemitgliedern spricht. Seine Lippspringer Gemeinde beziffert er mal mit 125, mal mit 700, mal mit 800 usw. Glauben wir ihm doch einfach ! Und was den Herrn Bee angeht, so bezeichnet Herr Karaca ihn als "den Problemen der Gemeinde sehr aufgeschlossen". Auch sollte man ruhig mal die gesamten Kommentarseiten in Ruhe durchlesen ! Dann kann man sich ein deutliches Bild über diese durch und durch verfahrene Situation in Lippspringe machen !

Wählerstimmen gegen Wohlverhalten? Lächerlich! Die türkische Gemeinde hat 185 Mitglieder. Selbst wenn alle diese wahlberechtigt gewesen wären, hätte das nichts an dem Erdrutschsieg von Bee geändert. Nicht einmal die Zweidrittelmehrheit wäre in Gefahr gewesen. Von Aussen betrachtet, ist der Vorwurf des Wohlverhaltens allenfalls mit dem Phantomschmerz des von seinem Sieg Überzeugten über die überdeutliche "Klatsche" zu erklären. Billig.

@ein Bad Lippspringer: Ich fürchte, den genannten Kommentar gibt´s nur in der gedruckten Fassung des WV. @palladin: Ich muss Ihnen Recht geben, die bisherige Amtszeit des Herrn Bürgermeister läßt nichts von seiner so vehement propagierten "Sachkenntnis" erkennen. Auch mit seiner "Unabhänigkeit" ist es nicht weit her, vielmehr betreibt Herr Bee eine ausgesprochene "Klientelpolitik", sei es bei beim Lehrschwimmbecken oder beim Minarettbau. Da wird sicher noch einiges an Überraschungen auf die Lippspringer zu kommen. @ Herr Karaca: Stimmt es, dass beim Tag der Offenen Tür der islamischen Gemeinde im letzten Jahr, Gespräche mit den damaligen Bürgermeisterkandidaten und ihren Unterstützerparteien stattfanden, in denen, entsprechend verklausuliert, "Wählerstimmen gegen Wohlverhalten" geboten wurden? Ich weis von CDU-Leuten, dass diese ein solches Ansinnen freundlich aber strikt ablehnten. Die haben dann ja auch nicht gewonnen !

@Big Brother - leider hat das Westfalenblatt kein so gutes Online-Angebot wie die NW. Kannst Du mal den Link veröffentlichen, wenn Du diesen findest? Danke vorab.



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