Anlieger befürchten negative Auswirkungen des geplanten Veranstaltungszentrums im Benhauser Feld
Paderborn. Das im Benhauser Feld geplante Veranstaltungszentrum Friedrichs sorgt bereits im Vorfeld für Unruhe. Die Anlieger in dem Gewerbegebiet befürchten negative Auswirkungen und eine Verschlechterung des gesamten Areals. Da weiterer Gesprächsbedarf bestehe, beantragte die CDU, die von der Stadt befürwortete Bebauungsplanänderung von der Tagesordnung des Bauausschusses zu nehmen, erklärte der Ausschussvorsitzende Ulrich Schröder.
Malermeister Dietmar Ahle ist einer, der sich Sorgen macht. Vor einem halben Jahr hatten er und andere Gewerbetreibende aus dem Benhauser Feld von mehreren Plänen für Veranstaltungsorte gehört. Unter anderem für eine Diskothek in der ehemaligen Fleischerei Riedel und für eine Art Disko im Blue Park. Übrig geblieben ist nur die Friedrichs-Idee in der Friedrich-List-Straße 49.
"Wir haben nichts gegen Kunst, Kultur und Firmenpräsentationen – aber gegen Vergnügungsstätten", sagt Ahle. Dies sei den Investoren auch gesagt worden, als sie ihr Konzept den Anliegern des Benhauser Feldes vorgestellt hätten. Mittlerweile seien rund 30 Unternehmen bereit, den Rechtsweg zu gehen und gegen eine mögliche Bebauungsplanänderung durch die Stadt zu klagen. Sie fürchten, dass es ein erster Schritt sein könne für einen zunehmend veränderten Gebietscharakter.
Ahles Bedenken resultieren vor allem aus den negativen Erfahrungen mit Besuchern der Fun Factory, die nach ihren Diskobesuchen "eine Schneise der Verwüstung" hinterlassen hätten. Ein Sauna-Club, der gerade entstehe oder Autohändler, die Unfallautos auf einem Schotterparkplatz ohne Werkstatt reparierten, seien für ihn weitere Beispiele für eine Verschlechterung des Gebiets. Die Stadt habe davor die Augen verschlossen.
Dabei sei Ahle von Vertretern des Stadtplanungsamtes gesagt worden, dass der Bebauungsplan aus dem Jahr 1977 rechtskräftig sei. Dadurch sei für ihn und andere Anlieger die Sache "erledigt" gewesen. Als die beantragte Änderung des Bebauungsplanes nun auf die politische Tagesordnung gesetzt wurde, sei er überrascht gewesen. Das Vorgehen der Verwaltung sei eine Art "Nacht- und Nebel-Aktion".
Im Gespräch im Planungsamt sei Ahle darauf hingewiesen worden, dass das beantragte Bauvorhaben unter den bestehenden planungsrechtlichen Bedingungen abzulehnen sei, erklärte Jens Reinhardt, Sprecher der Stadt Paderborn. Zugleich sei die Möglichkeit erläutert worden, dass die Bauherren einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes stellen könnten. "Sollte ein Änderungsverfahren von der Politik gewünscht sein", so Reinhardt, "könnte nach Abschluss dieses offenen Verfahrens ein Veranstaltungszentrum ausnahmsweise im Gewerbegebiet genehmigt werden."
Im Friedrichs werde es gehobene Veranstaltungen und Firmenpräsentationen geben, betont Kai-Friedrich Niermann, Rechtsanwalt, Mitglied im Beirat des Paderborner Kunstvereins – und einer der Investoren. Aber selbstverständlich müsse sich das Konzept wirtschaftlich tragen, auch mit ausgewählten, regelmäßigen Tanzveranstaltungen am Wochenende. Den vorgestellten Plänen hätten einige Anlieger zugestimmt, erklärte er. Von der Verwaltung sei ihm versichert worden, dass der Gesamtcharakter durch eine Bebauungsplanänderung nicht verändert werde, betont Niermann. Die Stadt habe weiterhin genügend Steuerungsmöglichkeiten, weitere Vorhaben zu verhindern.