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29.01.2010
Paderborner Wissenschaftler fragen: Wie krank macht ein Studium?
Groß angelegte Studie startet

Belastungen zum Studienstart | ARCHIVFOTO: DPA

Paderborn (lnw). Macht studieren krank? Greifen Studenten angesichts voller Stundenpläne, Prüfungsstress und Studiengebühren zu Alkohol und Medikamenten-Doping? Mit einer groß angelegten Studie wollen Forscher der Universität Paderborn diesen Fragen jetzt auf den Grund gehen. "Wir wollen herausfinden, ob das so stimmt und was man dagegen tun kann", sagte der Sportpädagoge Hans Peter Brandl-Bredenbeck am Freitag in Paderborn. Bis zum Wintersemester 2011/12 sollen die Ergebnisse vorliegen und praktische Konsequenzen gezogen sein.

"Der Studienbeginn bedeutet für viele junge Leute einen tiefen Einschnitt", sagte der Professor. Auszug aus dem Elternhaus, die neue Umgebung, der Zwang zu eigenverantwortlichem Handeln und einem effizienten Zeitmanagement stellten hohe Anforderungen. Das neue Studiensystem mit Bachelor- und Master scheine die Belastungen noch zu verstärken. "Wir wollen Lebensstile, Gesundheit und Probleme der Studierenden ermitteln und unterstützende Maßnahmen entwickeln", sagte Brandl-Bredenbeck.

Zunächst sollen in diesem Sommersemester möglichst viele der rund 14.800 Studenten in Paderborn einen Online-Fragebogen ausfüllen.

Ziel: Gesundheitspass

"Darin fragen wir zum Beispiel, wie viel Sport sie treiben, wie sie sich ernähren, wie gut sie schlafen", skizziert der Sportpädagoge die Fragen. Aber auch Alkohol- und Tabakkonsum, Medikamente und illegale Drogen sind ein Thema. Zudem gehe es um das Zeitmanagement. "Man glaubt gar nicht, mit welchen Ausreden die Studierenden ankommen, wenn es auf den Abgabetermin für eine Hausarbeit zugeht. Das reicht vom Computerabsturz bis zum Todesfall in der Familie."

Zu der Auswertung der Fragebögen sollen gründliche Befragungen von 15 bis 20 Studenten kommen. Insgesamt sollen die Studierenden auch Vorschläge für Unterstützungsangebote machen. "Auf dieser Grundlage wollen wir dann in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Gesunde Hochschule und dem Hochschulsport praktische Maßnahmen entwickeln und anbieten", sagte Brandl-Bredenbeck. Am Ende soll ein Gesundheitspass für Studierende stehen, der mit Prämien Anreize für einen gesundheitsbewussten Lebensstil setzt.

Haben auch Sie schon ähnliche Belastungen erlebt, die Sie krank machen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen in das unten stehende Kommentarfeld.


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Kommentare
Bis vor einem halben Jahr hat mir mein Studium (Geisteswissenschaften) nichts ausgemacht. Alles lag im Zeitrahmen, alles war wunderbar. Bis ich dann zu meiner Diplomarbeit gekommen. Seit dem Gipfelt das Studium bei mir in dauerhaften Erkältungen, Erschöpfung, Ängste, Panikattacken. Zum einen hat es lange gedauert, bis ich einen engagierten Betreuer gefunden habe (das hat heute tatsächlich Seltenheitswert), und zum anderen tragen Stellenanzeigen dazu bei, die Studienabschlüsse unter 2,0 fordern. Des Weiteren kommt hinzu, dass ich nebenher arbeiten gehen muss, da meine Eltern mich finanziell nicht unterstützen können (private Schicksalsschläge interessieren das BAföG-Amt nun einmal nicht). Man setzt sich selbst unter Druck und wird von der Außenwelt zusätzlich unter Druck gesetzt. Das kann und darf so einwach nicht weiter gehen. Viele meiner Studienkollegen sind in medikamentöser Behandlung (Depressionen), aber auch viele andere Gesundheitsveränderungen machen sich breit, wie z.B. Schuppenflechte, Haarausfall uvm.

Also grundsätzlich kann ich mich nach vielen Jahren Studium in den Naturwissenschaften an der Universität Paderborn meinen Vorrednern in diesem Forum hier nur anschließen. Viele Effekte ( von der totalen Erschöpfung bis zu Halluszinationen durch Schlafentzug und nach dem Studium dauerhauf bleibende Organschäden durch unzureichende und ungesunde Ernährung - das sind nur einige Effekte die sich schon in dem auslaufenden, alten Studiensystem parallel zu Bachelor und Master ergeben haben. Allerdings : Ohne Alkohol, Drogen oder Zigarettenkonsum ( Nichtraucherin ), nur durch die im Studium anstehende Arbeitsbelastung und das Verhalten von Dozenten und Studierenden, die es schon damals verstanden haben einen systematisch Komplexe einzureden versucht haben um ( gilt für Studierende ) selber durch das System hindurchzukommen, oder sich möglichst wenig mit der Lehre auseinanderzusetzen und stattdessen die Dauer des Studiums immer und immer wieder zu beanstanden obwohl ja Studiengebühren seit 2003 in aller Munde sind. Daß ich meine zwei Diplomabschlüsse in den Naturwissenschaften geschafft habe, lag nur daran, daß sich ein engagierter Professor ( selten genug gibt es solche ... ! ) meiner angenommen hat und mir systematisch im Rahmen der geltenden Regelungen für meine Studiengänge zum Abschluß verholfen hat, benach ich insgesamt 10 Jahre Naturwissenschaften ohne Fachwechsel ohne ohne fremde Hilfe studiert habe. Ich hätte es sonst nicht geschafft. Bei den Diskussionen um ein krankmachendes Studium bewegt mich immer wieder, daß über das Studium noch immer legenden aus den sechziger und siebziger Jahren das Bild bestimmen ( wurde prinzipiell auch schon von meinen Vorrednern indirekt angesprochen ) des weiteren werden für Belastungsfaktoren auf verschiedene Art und Weisen immer wieder in Diskussionen die Studierenden alleine und bestimmte Mängel Ihrer Fähigkeiten verantwortlich gemacht - mangelde Organisation, angeblicher oder Tatsächlicher Drogenkonsum, teilweise "mangelhafte wirtschaftliche Selbstverwaltung", und vieles mehr. Gefragt wird hierbei leider nicht nac´h der Ursache-Wirkungskette solcher Mängel bzw. womit die Probleme im Studium überhaupt zusammenhängen. In der behaupteten Unübersichtlichkeit gehen die Teilweise systematischen Beiträge z.B. seitens des Lehrkörpers unter. Meine Erfahrung ist, daß ein Lehrkörper ( insbesondere an der Universität Paderborn ) in einzelnen Fällen zu allen anderen Belastungen aus teilweise persönlichen ( und nicht aus fachlichen und damit juristisch für die Ausbildung relevanten Gründen ) Studierende an den Rand Ihrer Existenzfähigkeit bringen kann und noch darüber hinaus. Frei Schnauze gesagt : "Wenn ich den oder die nicht mag, oder ich das Gefühl habe Ihr oder Sein Leben entspricht nicht meinen ( des Lehrkörpers ) eigenen Erwartungen ( z.B. aus wissenschaftlichen oder politischen oder die Lebensführung und allgemeinen Meinungen betreffenden Differenzen herrührenden Aversionen ), so kann der Studierende sein Testament machen - da hat sich seit 1967 leider nichts geändert. Nur : Der Studierende merkt es gar nicht, wie hinterrücks Lehrkörper und Kommilitonen mehr und mehr gegen einen selbst und die sich gesteckten Ziele und Lebensentwürfe arbeiten - dies reicht bis zur Ausbildungsverweigerung seitens des Lehrkörpers. - Die einzige Waffe hiergegen sind soziale Netzwerke, nur die werden sich nicht bilden können, da - wenn der Lehrkörper an führender Stellung im Fachbereich ist - alle über seine Entscheidungsgewalt wissen und sich aus dem Gedanken selber fertig werden zu wollen gegen einen stellen werden. Dies führt zu einem Nervenkrieg der sich über Jahre hinzieht und grundsätzlich zu lasten des Studierenden geht, da solches "Netzwerken" durch machtfülle ( an der Uni herrscht immer noch keine Demokratie, wie an keiner Schule ! ) jeder weiß, das der Rechtweg wieder dauert ( teilweise Jahrelang ) und das Verhalten solcher Lehrkörper meistens so ist, daß gerichtlich schwer etwas zugunsten des Studierenden nachzuweisen ist. Meist liegt hier auch schon eine Jahrelange Erfahrung aus anderen Fällen vor, so daß die Täter so rechtlich formell handeln, daß eine Klage gegen ihre Verfügungen wirkungslos bleibt. Grundsätzlich glauben Verwaltungsrichter meistens lieber der Universität ( insbesondere in wirtschaftlich schlechten Zeiten wie diesen ), Kläger gegen Mißstände werden meistens als "sinnlose Verursacher von Kosten / Randalierer" abgestempelt, die man sich nicht mehr leistens kann, alles muß jetzt stromlinienförmig Ablaufen, nur das garantiert Erfolg ... ! Bitte denkt auch mal daran: Wer hat die Universität zu dem gemacht was sie ist? - Noch 1997 hat sich die SPD und andere Parteien damit hervorgetan mehr Rechte für Studierende zu erwirken. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat dann 2003 den § 10 HRG "Verbot von Studiengebühren" abgeschafft, auf dessen Grundlage heute die ( meistens konservativ geführten Länder sich tüchtig bedienen ohne Rücksicht auf Verluste ) . Mein Kommentar hierzu : Wer heute noch SPD, Grüne, aber auch CDU wählt muß entweder bekloppt sein, oder weiß einfach nicht, was diese Menschen, die in diesen Parteien führend sind sich alles auf Kosten unterpriveligierter Studierender und deren Eltern / Unterstützer geleistet haben! Denkt bei der nächsten Landtags- oder Bundestagswahl mal daran! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Ja, ich kenne das auch. Am Anfang war es wirklich stressig bis zu sieben Prüfungen pro Semester, da ist es kein Wunder, dass mal eine daneben geht, zumal ich Landschaftsarchitektur studiere und die Prüfungen dort ziemlich teuer und zeitintensive sind. Die letzten Semester musste ich dann auch immer schon arbeiten, weil das Geld einfach nicht reichte und natürlich bleibt dann wieder die Leistung auf der Strecke. Bafög habe ich nie bekommen, das Einkommen meines Vaters war zu hoch, dieser unterstützt mich zwar so gut es geht, trotzdem will man ja nicht ewig auf der Tasche liegen. Die einzige Möglichkeit mit dem Stress zurecht zu kommen ist eins von beiden etwas zurückzunehmen und wenn man was zu Essen im Bauch haben will muss es eben das Studium sein, dass es dann länger dauert muss man einfach hinnehmen. Ein gutes hat mein verlängertes Studium, mit etwas Glück sieht die wirtschaftliche Lage im Oktober, wenn ich fertig bin, weider besser aus.

Wenn sich das Studium wenigstens auszahlen würde.... Bin gerade fertig geworden, doch bei der wirtschaftlichen Lage sieht es sehr dunkel aus. Etliche Bewerbungen geschrieben, nur Absagen. Dazu kommen Schulden aus dem Studium. Da ich während des Studiums "nur" 400 € Jobs hatte gibts auch kein Arbeitslosengeld, Hartz 4 lässt grüßen. Im Moment frage ich mich warum ich mir den Stress angetan habe. Na ja, da kann man nur auf bessere Zeiten hoffen.

Eine große Belastunf ist für mich vor allen Dingen, dass ich nebenbei arbeiten muss und selbst dann komme ich kaum mit meinem Geld hin. Die finanzielle Situation belastet mich sehr. In der vorlesungsfreien Zeit habe ich meistens nicht einmal Geld übrig, um mal in den Urlaub zu fahren und fühle mich meist auch in dieser Zeit nie richtig erholt. Sehr belastend finde ich auch manchmal das ganze Unisystem an sich. Viele Dinge sind nicht einsichtig bzw. sehr verwirrend (zum Beispiel die ganze Prozedur, wenn man vom Bachelor zum Master wechseln will). Da bin ich schon so manches Mal ziemlich verzweifelt... Durch das Bachelor-Master-System ist man zudem quasi gezwungen, sein Studium möglichst schnell abzuschließen. Viele, mit denen ich gesprochen haben, sind total verzweifelt, weil sie ein oder zwei Semester länger studieren müssen...schon traurig.



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