Büren (red/MK/lnw). Einer der verheerendsten Glätteunfälle dieses Winters hat sich Samstagmittag auf der im Kreis Paderborn vereisten Autobahn 44 bei Büren ereignet. Eine Frau erlag am Abend laut Polizei ihren Verletzungen, drei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Seit Samstagnachmittag ist ein 52 Kilometer langer Streckenabschnitt der Autobahn zwischen Erwitte/Anröchte und Diemelstadt in Fahrtrichtung Kassel gesperrt. Die Sperrung soll nach Angaben der Polizei von Sonntag noch bis Montagmorgen andauern. Dann wird eine neue Salzlieferung erwartet.
Die Polizei war Samstag gegen 13.30 Uhr dabei, den Verkehr auf der zu einer Eisbahn gefrorenen Autobahn zu verlangsamen, als eine 46-jährige Frau mit ihrem Kleinwagen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis ins Schleudern kam und nach rechts in den Graben rutschte. Dabei verletzte sie sich nicht, sondern stieg nach dem Schreck aus dem Auto aus und ging zum Polizeiwagen, der den Verkehr einbremsen sollte.
Als sie vom Streifenwagen zu ihrem Auto zurückkehrte, wurde sie von einem niederländischen Wagen erfasst, der ebenfalls ins Schleudern gekommen war. Der mit einem Mann, einer Frau und einem Kind besetzte Wagen, riss die Frau mit, durchbrach eine Böschung und schleuderte noch am Streifenwagen vorbei, ehe er auf dem Dach zum Stehen kam.
Kind mit Hubschrauber ins Krankenhaus
Die vom Auto erfasste Frau erlag am Abend in einem Paderborner Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Das Kind aus dem niederländischen Wagen wurde mit Rettungshubschrauber Christoph 13 in ein Bielefelder Krankenhaus geflogen, die Frau und der Mann wurden in Paderborner Krankenhäuser gebracht.
Die Autobahnmeisterei habe nicht mehr genügend Salz, um insbesondere die Talbrücken eisfrei zu halten, sagte Dietmar Süß von der Autobahnpolizei in Bielefeld. Deshalb bleibt die A 44 in Richtung Kassel wohl bis Montagmorgen gesperrt. Immerhin soll laut Autobahnmeisterei das Salz noch ausreichen, um die Richtungsfahrbahn Dortmund zu streuen, auch die A 33 soll in beide Richtungen (Brilon/Bielefeld) befahrbar bleiben.
Bei einer Reihe von weiteren Unfällen waren laut Polizei am Samstag Autofahrer auf glatten Brücken der A 44 ins Rutschen gekommen und entweder in den Leitplanken gelandet oder die Böschung hinabgerutscht. Eine Umleitungsempfehlung gibt es nicht. Wer eine andere Autobahn zwischen Dortmund und Kassel wählen möchte, muss einen Umweg von rund 200 Kilometern in Kauf nehmen.
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