Paderborn/Büren-Ahden. Dunkle Wolken über dem Airport Paderborn/Lippstadt. Nach einer vier Jahrzehnte andauernden Erfolgsgeschichte, in der der Flughafen Jahr für Jahr Gewinne im Millionenbereich einfuhr, rutscht das Unternehmen in der Bilanz für 2009 erstmals in die roten Zahlen ab.
Den Grund für diesen Absturz in die Verlustzone ist ein erheblicher Rückgang der Passagierzahlen. Im vergangenen Jahr wurde mit rund 900.000 Fluggästen erstmals seit langer Zeit die Millionengrenze unterschritten. Die Ursache dafür sieht Helmut Bentler, Chef der Paderborner CDU-Kreistagsfraktion und stellvertretender CDU-Bezriksvorsitzender, in der Streichung der Lufthansa-Flüge nach Frankfurt. Um so dringender sucht der Flughafen nach Möglichkeiten, die Einnahmeseite aufzubessern.
Dazu zählen nach Auskunft von Airport-Geschäftsführer Elmar Kleinert zusätzliche Erlöse aus einer verbesserten Parkraum-Bewirtschatung, einem vergrößerten Duty-Free-Shop, einem vergrößerten Bistro-Angebot und einer Aussichts-Terrasse. Die Zahl der kostenfreien Parkplätze soll von 4.000 auf 3.500 reduziert werden. Wer künftig am Flughafen gratis parken will, muss eben weitere Fußweg auf sich nehmen. Insgesamt rechnet Kleinert mit Mehreinnahmen in Höhe eines siebenstelligen Betrages im "Nicht-Flug-Segment".
Reaktion von Air Berlin noch unklar
Neuland will der Flughafen auch beim Flugangebot betreten, denn künftig sollen in Ahden auch Billigflieger landen. Zwar hüllen sich noch alle Beteiligten in Schweigen, doch als heißer Kandidat gilt die britische Billig-Fluggesellschaft Easy Jet, die zurzeit ab Dortmund Ziele in ganz Europa anbietet und auch kostenbewusste Business-reisende abschöpft. Unklar ist, wie Air Berlin, der größte Carrier auf dem Airport, auf eine solche Billig-Konkurrenz reagieren wird.
Kleinert betonte, dass der Flughafen seinen Top-Partner Air Berlin keinesfalls schlechter stellen werd, als andere Linien. Die geplante Kooperation des Flughafens mit der niederländischen Fluggesellschaft KLM, um über den Flughafen Schiphol ein zusätzliches Drehkreuz in Richtung Westen bedienen zu können, lässt nach Ansicht Bentlers länger auf sich warten. Auch eine Wiederaufnahme der Frankfurt-Flüge stehen noch in den Sternen.
Für die Zukunft rechnet die Paderborner CDU-Führung mit wachsenden Verlusten, die nach Ansicht Bentlers auch eine Größenordnung von vier bis fünf Millionen Euro erreichen könnten. Angesichts solcher Zahlen und der künftigen Konkurrenz durch Kassel-Calden ist nach Ansicht der CDU eine Ausschüttung der Gewinnrücklagen in Höhe von 24 Millionen Euro, die großteils bereits verbaut sind, indiskutabel.