Paderborn. Die Betreuung in Kindertageseinrichtungen wird teurer. Je nach Jahreseinkommen sind ab Sommer für das erste Kind bis zu maximal 15 Euro mehr zu bezahlen (bei 73.000 Euro Einkommen). Dieser Zuschlag verringert sich prozentual bei geringerem Einkommen. Für Familien mit bis zu 25.000 Euro im Jahr ist der Platz für das erste Kind kostenfrei. Werden mehrere Kinder betreut, so sind für das erste Geschwisterkind einheitlich zehn Euro im Monat fällig.
Diese von Holger Budde (CDU) eingebrachte Variante wurde bei den Beratungen des Jugendhilfeausschusses für den Haushalt 2010 mit acht zu sieben Stimmen – wie auch der Gesamthaushalt – mit knappster Mehrheit beschlossen. Insgesamt seien die Beiträge in Paderborn sehr niedrig, so Budde.
Damit modifizierte der Ausschuss die vorgeschlagene Beitragsanhebung der Verwaltung. Diese hatte – ab einem Einkommen von 25.000 Euro – eine "moderate prozentuale Anhebung" vorgesehen. Zudem sollten für jedes Geschwisterkind pauschal zehn Euro im Monat gezahlt werden (bisher sind Geschwisterkinder beitragsbefreit). Jugenddezernent Wolfgang Walter betonte, dass zurzeit für mehr als 40 Prozent aller Kinder keine Beiträge gezahlt würden. Für ihn wäre die geplante Erhöhung und die Verlagerung auf gehobene Einkommen "schon noch im Rahmen" geblieben.
Insgesamt sollten so 170.000 Euro eingespart werden. "Es wird schwer sein dieses Einsparziel zu erreichen", sagte Jugendamtsleiterin Petra Erger zu den gekürzten Anhebungen. Da sie erst während der Sitzung von der letztlich erzielten Änderung erfahren hatte, werde gerade eifrig gerechnet.
Brigitte Tretow-Hardt (Grüne) lehnte die Erhöhung ab. Auch Helmut Kölling (Demokratische Initiative) war dagegen. Detlef Nacke (SPD) empfindet die Anhebung "als kontraproduktiv bei dem ursprünglichen Ziel der kompletten Beitragsfreiheit" und als ein falsches Signal.













