Heller, besser, billiger: Mit zwei Millionen Euro Fördergeld wird an Paderborner Straßen der Einsatz von LED-Beleuchtung erprobt
Paderborn (ig). Jubel im Technischen Rathaus in Paderborn: Mit dem Gewinn im Wettbewerb "Kommunen in neuem Licht" des Bundesforschungsministeriums (wir berichteten gestern) fühlt man sich dort bestätigt auf dem Kurs in Richtung mehr Energieeffizienz. Das Preisgeld in Höhe von 2 Millionen Euro ermöglicht es der Stadt und drei beteiligten Firmen, den Einsatz innovativer LED-Lichttechnologie im Rahmen des Systems bestehender Straßenbeleuchtung zur Marktreife zu entwickeln. Martin Lürwer, Technischer Beigeordneter der Stadt Paderborn: "LED wird boomen wie Flachbildschirme und verspricht große Wachstumsraten. Damit beweist die Region mit ihren mittelständischen Betrieben nicht nur Innovationskraft, sondern kann auch mit mehr Arbeitsplätzen rechnen, weil diese Technik für alle Kommunen interessant ist."
Ziel ist besseres Licht für weniger Geld. Gerechnet wird mit 30 bis 50 Prozent Einsparpotenzial. Zum Vergleich: Aktuell gibt die Stadt Paderborn jährlich 7,2 Millionen Euro für Straßenbeleuchtung aus. Geplant ist der Ersatz von rund 750 besonders betagten Leuchtkörpern. Begonnen wird an der Abtsbrede.
Dabei hatte Paderborns Rat zuletzt ohnehin ein ganzes Bündel von Optimierungsmaßnahmen für die Straßenbeleuchtung, finanziert mit Konjunkturmitteln, verabschiedet - unter anderem den Einsatz von LED-Lampen in Pilzleuchten von 19 Wohnstraßen. Doch mit dem jetzt prämierten Vorhaben stößt man auf noch unbekanntes Terrain. Dr. Andreas Bielawny,von der Paderborner Lichttechnik-Firma Brandenburg-Gmbh: "Die Herausforderung besteht darin, die vorhandenen, viel höheren Peitschenmasten und die ganze vorhandene Installation mit der langlebigeren und effizienteren LED-Technik weiter zu nutzen und den Straßenraum besser auszuleuchten. Dabei treten wir nicht gegen die vielerorts noch gebräuchlichen Quecksilberdampflampen an, sondern gegen die in Paderborn schon genutzte, eigentlich fortschrittlichen Langfeld-Leuchtstoffröhren. Das macht sonst keiner."
Mit im Projektboot sitzen Eon Westfalen Weser, die sämtliche Straßenlampen in Paderborn für die Stadt betreuen und die Rüthener Firma BöSha, die sich auf Entwicklung und Produktion von Speziallampen - bisher vor allem für Bergbau, Chemie und andere Industrien - verlegt hat.