Paderborn. Mit angespannten Gesichtern stehen fünf junge Frauen im Cineplex-Kino vor der Tür zum Saal acht. Sie wollen berühmt werden und ihre Karriere könnte hier beginnen. Paderborn ist eine von 16 Städten, in denen das Produzententeam der Castingsendung "Popstars" nach neuen Talenten sucht. Nur wer hier weiterkommt, darf vor der richtigen Jury singen.
Christina Söhmen ist direkt von der Schule zum Casting gefahren. "Ich wollte schon als Kind Sängerin werden", erzählt die 19-Jährige, die im Kirchenchor singt und auf Hochzeiten auftritt. Vor zwei Jahren hatte sie sich schon einmal für die Sendung beworben. "Dann habe ich aber Angst bekommen und bin nicht zum Vorsingen gefahren." Das soll heute anders laufen. Zusammen mit Ellen Aslan wartet Christina in einem Kinosaal, bis sie aufgerufen werden.
Gruppenweise werden die unentdeckten Talente oder solche, die sich dafür halten, ins Foyer gerufen. Die Aufregung bei den beiden Paderbornerinnen steigt. Mit Christina Aguileras "Hurt" und "Crawe" von Chris Brown wollen sie den Produzenten von sich überzeugen.
Im Flur singen sich andere Mädchen ein, überprüfen noch einmal ihr Make-up und ob die Frisur sitzt. Die Stimmung ist angespannt. Viele träumen davon, durch die Sendung berühmt zu werden. So wie die Bandmitglieder von den "No Angels" oder "Monrose", die in vergangenen Staffeln siegten. In diesem Jahr sucht Pro Sieben wieder eine reine Mädchenband. Erstmals werden für die Castings auch kleinere und mittlere Städte angefahren. Talente wachsen eben nicht nur in der Großstadt auf.
Thomas Stein in der Jury
Paderborn zeigt sich musikalisch: Von den über 100 Mädchen, die am Vorsingen teilnehmen, kommt knapp ein Viertel weiter und darf zum offiziellen Casting nach Duisburg fahren. Eine von ihnen ist Dzevrije Vasic. Die 18-Jährige reiste extra aus Dortmund an, nachdem sie es beim Casting am Dienstag in Hamm nicht in die nächste Runde geschafft hatte. "Paderborn brachte mir Glück", sagt sie lächelnd und füllt einen weiteren Fragebogen aus.
So weit ist Jasmin Sundermann noch nicht. Die 21-Jährige wartet noch darauf, dass sie aufgerufen wird und vorsingen darf. Die Linguistik-Studentin nimmt keinen Gesangsunterricht, bewirbt sich aus reinem Spaß. "Und weil ich auch mal ins Fernsehen will", gibt sie lachend zu. Besonders gut gefällt ihr die Stimmung beim Casting: "Alle Mädchen sind total nett und es herrscht hier überhaupt kein Konkurrenzkampf", sagt sie.
Sollte Jasmin weiterkommen, freut sie sich vor allem darauf, vor Jurymitglied Thomas Stein singen zu dürfen. Der Musikproduzent sitzt dieses Jahr mit Detlef "D!" Soost und Sängerin Marta Jandová von der Band "Die Happy" in der Jury und entschied auch schon bei "Deutschland sucht den Superstar" über Erfolg und Scheitern der Kandidaten.