Paderborn. Dr. Jennifer-Maria Seeckts von den Grünen machte sich angesichts der nahenden Fußball-Weltmeisterschaft und des nicht mehr fernen Paderborner Schützenfestes ernsthaft Sorgen. Ob demnächst an der Bahnhofstraße das Hissen einer Deutschland-Fahne oder einer Schützenfahne ausgeschlossen werden solle, fragte sie.
Volker Schultze, der Leiter des Stadtplanungsamtes, beruhigte die Ratsfrau. Beim Hissen von Fahnen zu großen Sportereignissen oder Volksfesten handele es sich "um emotionale Äußerungen" – die aber seien von der Werbesatzung Bahnhofstraße "nicht erfasst".
Da konnte auch Jennifer-Maria Seeckts beruhigt die Hand heben: Einstimmig brachte der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt am Dienstag diese Satzung "über besondere Anforderungen an Werbeanlagen im Bereich Bahnhofstraße" auf den Weg. Bereits am heutigen Donnerstag soll sie per Ratsbeschluss in Kraft gesetzt werden.
330 Werbe-Botschaften auf 2,2 Kilometern prasseln an dieser Einfallstraße täglich auf die 23.000 bis 31.000 hier verkehrenden Autofahrer ein. Bei diesem "Sammelsurium" drohe eine einzelne Werbebotschaft unterzugehen. Daher sei eine Spirale in Gang gekommen, die Werbung immer größer, immer auffälliger, immer wilder zu gestalten, sagte Schultze. Die Satzung soll verhindern, dass diese Straße irgendwann völlig mit Werbung überfrachtet ist. Schultze: "Wir wollen Werbung nicht verhindern, sondern regeln."
Die Satzung soll parallel zum derzeit laufenden Straßenumbau helfen, die Bahnhofstraße wieder aufzuwerten, betonte Schultze. Durch die Satzung wird die Bahnhofstraße in vier verschiedene Werbebereiche gegliedert. In diesen Bereichen gelten unterschiedliche Regelungen für die Anzahl, Größe, Lage, Position, Gestaltung und Ausformung der Werbung. Damit solle auch der städtebaulichen und architektonischen Bedeutung von Werbung im Straßenraum oder an Gebäuden Rechnung getragen werden, erläuterte Schultze.
Großwerbetafeln sollen künftig auf eine 100 Meter lange Wandfläche hinter dem neuen Busbahnhof konzentriert werden. Werbeanlagen, so legt die neue Satzung fest, dürfen nicht den "architektonischen Gesamtzusammenhang" einer Fassade stören. An der Bahnhofstraße ist es künftig verboten, Schaufenster oder Türen zu Werbezwecken abzukleben. Balkone, Erker, Brüstungen und Geländer sollen ebenso werbefrei bleiben wie Schornsteine, Türme oder Dächer. Würfel, Pyramiden oder Prismen mit Werbebotschaften an Fassaden sind tabu. Auch Fahrzeuganhänger mit Werbetafeln dürfen entlang an der Bahnhofstraße nicht mehr abgestellt werden. Die Satzung, soThomas Sprute (FDP), bedeute "erhebliche Einschnitte", aber sie sei für eine Straße ,,die in das ostwestfälische Oberzentrum führt", ein "Schritt in die richtige Richtung".
Besser noch, alle Schilder weg und Ampeln aus.
Freie Sicht auf den Dom!
Gibts in Paderbullshit keine echten Probleme?
Kaputte Strassen, Rote Welle, ewige Baustellen, kein Parkplätze, Fahrradwege wie Runkelacker, Grünanlagen wie Urwälder ... Ich könnte noch 3 Tage Mist aufzählen, liebe unRatsmitglieder.
Hallali, fröhliches Panneschilderjagen noch.
lg, das Brot