Paderborn (lnw). In der Nacht zum Karfreitag 2009 bot die Unfallstelle in Paderborn ein Bild der Verwüstung: Ein demoliertes Taxi im Straßengraben, ein schwerer Feuerwehrwagen umgestürzt auf der Kreuzung, überall Splitter und Autoteile. Drei Menschen sind sofort tot, einer stirbt später. Vier Menschen werden schwer verletzt. Mehr als ein Jahr nach dem folgenschweren Zusammenstoß eines Taxis mit einem Feuerwehrwagen ist jetzt Anklage gegen beide Fahrer erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44 Jahre alten Taxifahrer und dem 32-jährigen Fahrer der Feuerwehr fahrlässige Tötung in vier Fällen und dreifache fahrlässige Körperverletzung vor. Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung liege bei fünf Jahren Haft. Ein Termin für die Hauptverhandlung stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Montag. Die Anklageerhebung habe nicht zuletzt wegen der Einschaltung von Sachverständigen seine Zeit gebraucht.
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Der Anklage zufolge war der Aushilfs-Taxifahrer an diesem 10. April 2009 kurz nach ein Uhr mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Warburger Straße unterwegs. Erlaubt ist hier Tempo 50, der Experte gehe von mindestens 80 Kilometern pro Stunde aus. Als die Ampel an der Kreuzung Südring auf Gelb schaltet, soll der Taxifahrer noch mal Gas gegeben haben. Zur gleichen Zeit nähert sich auf dem Südring der schwere Feuerwehrwagen mit Leiter. Mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn soll er etwa Tempo 70 auf dem Tacho gehabt haben. Die Ampel dürfte der Anklage zufolge Rot gezeigt haben. Die beiden Fahrzeuge krachen praktisch ungebremst zusammen. Die drei Passagiere auf der Rückbank des Taxis, zwei Männer und eine Frau, erwischt der Aufprall besonders hart. Zwei sind sofort tot, eine Person stirbt im Krankenhaus. Der Beifahrer kommt mit Prellungen und einem Armbruch davon, der Taxifahrer mit Kopfverletzungen und mehreren Brüchen. In dem Feuerwehrwagen stirbt ein 48-Jähriger, ein 21 Jahre alter Mann wird ebenso wie der Fahrer schwer verletzt. Ein Feuerwehrwagen im Einsatz habe zwar Sonderrechte, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das bedeute aber nicht, dass man praktisch blind bei Rot über die Kreuzung preschen dürfe. Dies zu klären ist jetzt Aufgabe des Landgerichts.
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