Paderborn (gri). Keine Gewalt, stattdessen diplomatischer Druck. Für diese Forderung gehen Menschen in Deutschland derzeit auf die Straßen. In mehreren Städten wurde bereits für die Beendigung der israelischen Seeblockade gegen das palästinensische Autonomiegebiet Gazastreifen demonstriert. Auch in Paderborn versammelten sich zirka 150 Zuhörer vor dem Rathaus, um an der friedlichen Kundgebung für den Frieden im Nahen Osten teilzunehmen.
Anlass war "der barbarische Angriff der israelischen Armee auf die europäische Freiheitsflotte", wie es in einem Flugblatt der Organisatoren, der Palästinensischen Gemeinde Deutschland (PGD) in Paderborn, hieß. Aber auch Hartmut Linne (Paderborner Initiative gegen den Krieg), Dr. Peter Witte (Pax Christi), Sergio Vela (Die Grünen) und Martina Schu (Die Linke) bekundeten in ihrenBeiträgen Solidarität mit den Todesopfern auf dem Hilfskonvoi und den Menschen im Gazastreifen.
"Der Angriff ist eine Schande für die Menschheit und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", machte Moderator Yasin Sönmez deutlich und bezeichnete es als heuchlerisch, zu behaupten, man könne nichts gegen den Konflikt unternehmen. Dr. Peter Witte benannte als oberste Aufgabe der Bundesregierung aber auch der EU, Israel wieder in den Dialog zu führen. Gleichzeitig wehrte er sich gegen Antisemitismus-Vorwürfe im Falle von Kritik an israelischer Vorgehensweise. "Kein Friede ohne Gerechtigkeit", betonte er.
Gerechtigkeit bedeutet für Sergio Vela, die Hardliner beider Seiten – Israel und Hamas – zu stoppen. Die israelische Außenpolitik bezeichnete er als Amoklauf, die Blockade entwickele sich zu Israels Vietnam. Sie müsse mit mehr politischem Druck sofort aufgelöst und Hilfsgüter für die Menschen im Gazastreifen zugänglich gemacht werden. Auch Kreistagsabgeordnete Martina Schu vermisste, wie die anderen Redner, bisher deutliche Worte der Bundesregierung und vor allem konsequentes Handeln.
Mohamed Soubh, Vorsitzender der PGD Paderborn, forderte, den Vorfall lückenlos aufzuklären, alle Friedensaktivisten sofort freizulassen und die verantwortlichen israelischen Politiker und Militärs zur Rechenschaft zu ziehen. Darüber hinaus plädierte er für den sofortigen Stopp deutscher Waffenlieferungen nach Israel. Hartmut Linne schilderte einen verheerenden Häuserkampf Israels "ohne Rücksicht auf Verluste". Mohamed Soubh: "Es ist an der Zeit, das Unrecht beim Namen zu nennen und Israel in die Schranken zu weisen."