Paderborn. So viele "Erste Spatenstecher" hat Paderborn noch nicht gesehen. Rund 200 derart Engagierte – die meisten von ihnen Mitglieder im Universitäts-Golfclub – zeigten gestern Abend so ihre Verbundenheit mit dem Gelingen des Haxterpark-Projektes. Das hat in diesen Tagen mit den Arbeiten für einen 18-Loch-Golfplatz begonnen.
Der wird finanziert durch ein Sportstättenförderdarlehen in Höhe von 2 Millionen Euro. Zusätzlich ist bis Ende 2011 der Umbau der drei Scheunen des Hofgutes Haxterhöhe zum Gastro- und Servicebereich für 1,1 Millionen Euro geplant.
Das gesamte Haxterpark-Projekt inklusive Umbau der Hofstelle hat nach Angaben von Helmut Böhmer, Geschäftsführer der gemeinützigen Haxterpark GmbH und der Golfakademie der Universität Paderborn, ein Investitionsvolumen von 7,5 Millionen Euro.
Dünen auf englische Art
Der neue Golfplatz hat mit einer Bahnenlänge von 5,6 Kilometern wettkampfgerechte Maße. Er wird auf 60 Hektar Fläche als welliger "Dünenplatz" nach englischem Vorbild errichtet und wird in NRW einmalig sein. Geplant wurde er von den bekannten Golfarchitekten Christoph Städler und Achim Reinmuth. Realisiert wird der Bau von einer Spezialfirma aus Epenwöhrden (Schleswig Holstein). Modellierung, Einsaat und Bepflanzung sollen im Frühjahr 2011 abgeschlossen werden.
Die Haxterpark Gmbh sei dabei für die Infrastruktur zuständig und Bauherr zusammen mit dem neuen Fair-Way-Golf-Sportclub Paderborn, der für die Sportanlagen zuständig ist. Die Universität selbst ist Kooperationspartner, finanziell aber nicht involviert.
Neben Golf sollen in der Freizeitanlage therapeutisches Reiten, Bogenschießen, Klettern und Boule angeboten werden – und das alles mit einem sportmedizinischen Hintergrund.
Aber auch mit einem sozial-integrativen: Am Ende bis zu 60 auf dem regulären Arbeitsmarkt schwer vermittelbaren Personen wie zum Beispiel Behinderten soll so die Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geboten werden. Das Konzept, Grundlage auch der Finanzierung und vor gut eineinhalb Jahren zunächst in Kooperation mit dem Kolpingwerk ersonnen, soll nun allerdings mit anderen Partnern wie der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit oder den Schlosswerkstätten umgesetzt werden.
Die ersten 16 Mitarbeiter aus dem Programm sollen im Wesentlichen mit der Pflege des Golfplatzes betraut werden, aber auch in der Gastronomie arbeiten.
Bespielbar soll der Golfplatz im Herbst 2011 sein. Nutzer wird u. a. der Universitäts-Golfclub mit seinen 780 Mitgliedern, der bisher auf den 9-Loch-Platz an der Golfakademie beschränkt ist. Er bekommt dort auch einen Clubraum.