Für Kurzentschlossene: Stadtarchäologen bieten heute Steine aus dem 19. Jahrhundert gegen Spenden feil
Paderborn (ig). Stadtgeschichte zum Anfassen und Einpacken: Steinerne Reste des Paderborner Stadthauses, dessen Fundamente gerade am Heiersplatz frei gelegt wurden, werden heute ab 8 Uhr morgens für einen guten Zweck verkauft. So lange der Vorrat reicht.
Das muss nicht unbedingt besonders lange dauern: Schließlich handelt es sich um nur rund 150 überwiegend zwar handliche, aber im Einzelfall doch recht schwergewichtige Kalksandsteine, die bis 1945 die Fassade des 1876 gebauten Hauses an der Heiersstraße zierten. Entsprechend sind an vielen Steinen noch Reste von Verzierungen zu sehen, wie sie in der Epoche des Historismus üblich waren. Außerdem im Angebot: Zahlreiche Bodenfliesen im Mosaik-Stil und auch schon solche aus früher industrieller Fertigung.
Stadtarchäologe Dr. Sven Spiong: "Die schönsten Stücke haben wir uns gesichert. Sie sollen bei der Gestaltung des Heiersplatzes mit einbezogen werden. Aber der große Rest ist einfach übrig und würde sonst abgeräumt." So wärmte man jetzt eine Idee aus dem Jahr 2006 auf: Damals wurden knapp 400 Steine eines mittelalterlichen Hauses aus der Ausgrabung im Kötterhagen für 3 Euro pro Stück unter die Leute gebracht. 600 Besucher kamen, zum Teil sogar aus dem Ruhrgebiet.
Diesmal haben sich die Stadtarchäologen eine Spende von zehn Euro pro Stück für die Initiative ""Sterntaler. Hilfe für schwerkranke Kinder e.V." vorgestellt. Besonders beliebt sind solcherart historische Zeugen - das stellte sich 2006 heraus - für die Gartengestaltung.
Die Baustelle darf aus Sicherheitsgründen jedoch nicht betreten werden. Eine Abholung kann mit Sackkarren oder mit dem Auto von der Uhlenstraße aus erfolgen. Darauf weisen die Archäologen hin.