Kreis Paderborn. Dass es gefährlich ist, in ein brennendes Haus zu gehen, weiß Stefan Risse. "In diesem Moment war mir das aber egal", sagt er. Dieser Moment – das war am Abend des 14. Februar. Risse stand vor einem Bauernhaus in Upsprunge, das lichterloh brannte. Und er wusste, dass noch jemand in dem Gebäude war. Deshalb machte er den Schritt in den Flur des alten Hauses.
In die Geschichte reingeraten sei er eigentlich ganz unfreiwillig, sagt Risse und lacht. "Wir waren gerade mit dem Auto unterwegs, als wir die Flammen sahen", erinnert sich der 31-Jährige. Einige Leute hätten bereits vor dem Haus gestanden, die Feuerwehr habe aber keiner gerufen. "Das habe ich dann gemacht. Mit dem Auto bin ich dann ein Stück zurück gefahren, um den Namen der Straße lesen zu können. In diesem Moment hat meine damalige Frau gesehen, dass sich ein Rollo bewegte."
Dass er rein gehen würde, war Stefan Risse sofort klar. "Ich war nur nicht ganz sicher, von welcher Seite, da schon Geröll runter fiel." Schließlich ist er los gelaufen, hat an mehrere Fenster geklopft. "Dann ging die Haustür auf und eine Frau stand dort. Sie ist aber sofort wieder rein gerannt." Sie wollte noch ihre Katzen retten, habe sie ihm zugerufen. Im Flur stand schon der Qualm. "Zeit zu diskutieren gab es aber nicht", sagt Risse. Er lief hinter der Frau her in das verqualmte Haus, zog sie nach draußen. "Die Frau wollte dann wieder ins Haus laufen wegen der Tiere, da habe ich sie aufs Nachbargrundstück gebracht."
Dass er etwas besonderes getan hat, findet Stefan Risse nicht. "Ich würde das auch von anderen erwarten, deshalb habe ich auch so gehandelt." Bedankt habe sich die ältere Frau nicht bei ihm. "Aber das ist auch überhaupt nicht nötig", sagt Risse. "Das war selbstverständlich." Deshalb wollte er zunächst auch nicht zur Ehrung gehen. Nun geht er doch. "Weil mich die Geschichten der anderen couragierten Leute interessieren."