Der Bedarf für eine dritte Gesamtschule in der Stadt Paderborn sei seit längerem gegeben. Die SPD begrüßt, dass nunmehr ein konkreter Errichtungsbeschluss angestrebt wird. Damit werde dem Elternwillen Rechnung getragen. Die Verwaltungsvorlage mache deutlich, dass dies unabhängig von den Aktivitäten der Nachbargemeinden gelten müsse.
Der von der Verwaltung vorgeschlagene Standort Niesenteich stellt für die SPD-Fraktion unter stadtgeographischem Aspekt und unter Berücksichtigung der Schülerströme zwar nicht das Optimum dar. Wenn man allerdings Neuinvestitionen vermeiden und auch eine schnelle Umsetzung der Errichtung wolle, handele es sich um eine alternativlose Lösung. "Der Niesenteich ist - wie die Verwaltungsvorlage ausweist - auch für eine vierzügige Gesamtschule der einzige Standort, der ohne Baumaßnahmen auskommt und die Raumoption für eine 6-Zügigkeit hat. Angesichts der demographischen Entwicklungen können wir es uns nicht erlauben, Geld in Neu- und Anbauten zu stecken, sondern sollten lieber in die Qualität der Ausstattung für den Unterricht investieren", so Martin Pantke, bildungspolitischer Sprecher der SPD.
Aus Sicht der SPD bleibt der CDU-Vorschlag zur Auflösung der Hauptschule und der Errichtung einer vierzügigen Gesamtschule am Niesenteich auf halber Strecke stehen. Dass das Problem 3. Gesamtschule jetzt und unter diesen Umständen entschieden werden müsse, sei für die Schulpolitiker der SPD auch eine Folge der schwarz-gelben Schulpolitik der letzten Jahre, die aus ideologischen Gründen den Elternwillen in Sachen Gesamtschule ignoriert und eine von den Eltern nicht mehr akzeptierte Schulform Hauptschule gestützt habe. "In der Stadt Paderborn war es deshalb in den letzten fünf Jahren nicht möglich, Schulentwicklung zu betreiben und die Schulen dabei mit einzubeziehen. Im Bereich der Haupt- und Gesamtschulen haben die abgewählte Landesregierung und die heimische CDU/FDP versucht, den Amazonas mit Sandsäcken aufzuhalten. Das ist gescheitert", macht Ratsherr Manfred Krugmann auf vergangene Versäumnisse aufmerksam.
"Folge dieser Politik ist auch, dass in Paderborn Geld in Schulausbauten
geflossen ist, das man bei freiem Handlungsspielraum möglicherweise sinnvoller hätte investieren können". Die von der SPD seit längerem eingeforderte nachhaltige Schulentwicklungsplanung unter Einbeziehung von Schule und Eltern sei deshalb dringlich und überfällig.Für die SPD unabdingbar ist mit der Entscheidung für eine Gesamtschule am Niesenteich die Forderung verbunden, mit den beteiligten Schulen ein Raumnutzungskonzept für die Zeit des Übergangs auszuarbeiten, damit eine reibungslose Transformation der drei Systeme im Interesse der Schüler und Lehrer gewährleistet sei.
Der Vorstoß der FDP, am Niesenteich eine Gemeinschaftsschule zu errichten, löst bei der SPD-Fraktion Überraschung aus. "Die Landes- FDP hat fünf Jahre lang jede Veränderung des Schulsystems verhindert, ohne dass diese Politik von den Paderborner Freidemokraten kritisiert wurde. 2005 wurde das von Rot-Grün eingeführte Schulgesetz geändert, in dem bereits Kooperationen von Hauptschulen, Realschulen und Gymnasium möglich gemacht worden waren. Das hat Schwarz-Gelb auf die Kooperation von Haupt- und Realschule reduziert", so Pantke. "Wenn die Paderborner FDP jetzt die Gemeinschaftsschule will, dann sollte sie schleunigst ihre Landtagsfraktion auffordern, mit der Landesregierung zu kooperieren, damit die Gemeinschaftsschule gesetzlich verankert werden kann."
















