Hausbesitzer entdeckt Marihuana-Plantage nach Wasserschaden
Vor Millionendeal: Polizei nimmt drei Cannabis-Züchter in Hövelhof fest
VON ANDREA HÜTTENHÖLSCHER
Hövelhof. Die kalten Temperaturen haben Anfang der Woche einen möglichen Millionendeal mit Marihuana platzen lassen. Eine professionelle Indoor-Plantage in Hövelhof (Kreis Paderborn) flog wegen eines Frostschadens an einer Wasserleitung auf. Laut Polizei ist der Fund in dem Einfamilienhaus mit mehr als 600 Cannabis-Pflanzen einer der größten dieser Art.
Nachbarn hatten nach Polizeiinformationen den Besitzer des Hauses alarmiert, weil große Mengen Wasser durch das Mauerwerk nach außen strömten. Der in einem anderen Bundesland lebende 62-Jährige telefonierte sofort mit seinem Mieter, der seit Anfang August in dem Haus lebte. Da der Deutsch-Vietnamese ihm sagte, er sei in Süddeutschland und könne erst in einigen Stunden zurück kommen, machte sich der Hausbesitzer selbst auf den zweistündigen Weg nach Hövelhof.
Dort angekommen drang er durchs Kellerfenster in das Haus ein, weil sein Schlüssel nicht mehr ins Schloss passte. Im Dunkeln drehte er zunächst den Haupthahn der Wasserleitung ab. Durch einen Lichtschimmer aufmerksam geworden, schaute sich der Mann im Keller genauer um. In einem hell erleuchteten Raum entdeckte er zahlreiche, ihm unbekannte Pflanzen. Verwundert schoss er mit seinem Handy ein Foto und ging damit zur Polizei. Die Beamten staunten nicht schlecht: die Aufnahme zeigte eine professionelle Cannabis-Plantage.
Plantage hätte jährlich eine Million Euro eingebracht
Als die Beamten mit einem gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss am Haus eintrafen, empfing sie der zwischenzeitlich eingetroffene 45-jährige Mieter. Er war augenscheinlich nicht in Süddeutschland sondern ganz in der Nähe gewesen. Mit zwei weiteren Männern (47 und 51 Jahre) hatte der Mieter innerhalb kürzester Zeit versucht, die komplette Cannabis-Plantage abzubauen.
Die knapp 35 Zentimeter hohen Pflanzen standen bereits in Tüten verpackt bereit zum Abtransport. Die komplette technische Ausstattung der Pflanzenzucht mit Heizung, dicken Belüftungsschläuchen, Beleuchtungskörpern und selbst gebauten Stromverteilungen war zusammengepackt. In einem Nebenraum lagen noch Säcke mit etwa einer Tonne frischer Pflanzerde sowie weiteres Zubehör. Außerdem fanden die Beamten mehrere Tausend Euro Bargeld.
"Von den über 600 sichergestellten Pflanzen hätten bei vier möglichen Ernten jährlich etwa 100 Kilogramm verkaufsfertiges Marihuana hergestellt werden können", erklärte Kriminalhauptkommissar Wolfgang Klein. Bei einem Straßenverkaufswert von knapp zehn Euro pro Gramm hätte die Plantage jährlich fast eine Million Euro erbracht. In sechs Wochen wären die Pflanzen eineinhalb Meter hoch gewesen und hätten das erste Mal geerntet werden können.
Vollautomatische Zuchtanlage
Die drei aus Vietnam stammenden Tatverdächtigen wurden festgenommen. Die beiden Komplizen, die jeweils einen niederländischem Pass besitzen, wurden in den Niederlanden mit Haftbefehl gesucht, unter anderem wegen Drogendelikten. Auch gegen den Mieter ist im Ausland in anderer Sache ermittelt worden. Er befindet sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß, weil laut Polizei keine Fluchtgefahr besteht.
Der Wasserschaden war laut Polizei aufgetreten, weil das Haus bis auf den Plantagenraum nicht geheizt worden war. Gewohnt hatte hier anscheinend niemand. Die Zuchtanlage war vollautomatisch eingerichtet, vermutlich musste die Plantage nur einmal wöchentlich kontrolliert werden. Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Strom für die gesamte Anlage vor dem Zählerkasten abgenommen worden war, um die Kosten zu sparen. Der Schaden für den Energieversorger wird auf mehr als 8.000 Euro geschätzt.
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Kommentare
unwichtiger... schrieb am 11.12.2010 03:00 Uhr
@Partysafari vielleicht vertue ich mich gerade, aber ich seh' keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Problem von Genmanipuliertem Saatgut und Heidebaums Argumentation?
unwichtige nebenrolle schrieb am 11.12.2010 02:52 Uhr
@ sachverstand wieder aus der luft gegriffen ich habe engen (verwandtschaftlichen) kontakt zu einem Polizisten Haschisch gilt bei der Polizei als Droge mit geringem Kriminalitätswert und kaum als potenzieller Weg in andere Drogensuchten außerdem ist der von dir erwähnte Start einer kriminellen Laufbahn durch Haschisch ja erst möglich durch das Verbot von eben jenem. Anders gesagt mit dem argument hast du für die Legalisierung plädiert Gratulation.
sword schrieb am 10.12.2010 10:11 Uhr
Oh oh... Rund 500 Pflanzen auf dem Bild... Wenn eine Pflanze 50 Gramm bringt (vllt auch 100) dann sind das ja, oder wären das irgendwann mal 25-50 Kilo. Ich glaube ein Gramm kostet ungefähr 5-10 Euro, also ne viertel bis halbe Million Euro. Das gibt nen paar Jahre Knast obwohl das auf dem Bild sind ja noch keine Droen, es sind die Pflanzen an denen mal Drogen wachsen können, keine Ahnung ob man da weniger bekommt... Kann ja auch sein das die dachten es wäre männlciher Hanf und die wollten Handtaschen aus Hanf herstellen oderso... :)
dawid schrieb am 10.12.2010 09:52 Uhr
@Sachverstand man merkt, daß null erfahrung bezüglich Drogen hast. Marihuana ist nur so lange eine einstiegsdroge, so lange sie verboten ist. wenn man es legalisiert, ist es keine einstiegsdroge. so war es in meiner jugend, ich wollte mal einen rauchen und mußte es von typen besorgen, mit denen ich gar nichts zu tun haben wollte, und die auch andere sachen hatten. und so kommt man auch an andere sachen. hätte ich es in einem coffeshop bekommen, wäre ich gar nicht erst an dieser gagstertypen gekommen. mach das hanf frei!!!
Partysafari schrieb am 09.12.2010 21:49 Uhr
@Heide Baum Gelungene Argumentationskette, nur leider nen kleiner Haken, die Pflanzen sind durch Züchtung/Gentechnik der Art hoch an THC-Konzentration, das ohne große Probleme schwerste Psychosen hervorgerufen werden können. Die genetische Züchtung besteht Schwerpunktmässig seit etwa 10 Jahren.
Durch eine Legalisierung könnte man die Konzentration verringern( z..B durch einen Verkauf in kontrollierten Coffeeshops),verhindern lässt es sich jedoch nicht das illegal weiterhin mit genetisch verändertem Saatgut gehandelt würde. Den jetzigen Gras-Dealern würde die Einnahmequelle versiegen, umschulen zum Kindermädchen werden die wenigsten!
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