Paderborn (JS). Die Vorstellung, ohne einen Handschlag und mit nur wenig Anstrengung die eigene Kasse deutlich aufzubessern, ist überaus reizvoll. Und so konnte auch eine 27-Jährige der Verlockung nicht widerstehen: Die Paderbornerin betrog drei Jahre lang ihre Versicherung. 21.000 Euro ergaunerte sie mit Hilfe gefälschter Krankenhausbescheinigungen. Gestern erhielt die Hauswirtschafterin dafür die strafrechtliche Quittung.
Nach einem Aufenthalt in einem Paderborner Hospital im Frühsommer 2007 hatte die Paderbornerin mit Freude festgestellt, dass ihre Versicherung ihr ohne Umstände das vereinbarte Krankenhaustagegeld auszahlte. Lediglich eine Bescheinigung der Klinik hatte sie einreichen müssen.
Für die 27-Jährige war der reibungslose Ablauf anscheinend eine (kriminelle) Inspiration. In einem Internetcafé gestaltete sie eine selbst eine Bescheinigung des Krankenhauses, in dem sie Wochen zuvor behandelt worden war, und bestätigte sich selbst einen stationären Aufenthalt. Erneut gab es zügig Geld und fortan betätigte sich die junge Frau immer wieder als Fälscherin.
32 Mal gaukelte sie ihrer Versicherung stets längere Aufenthalte in ein und derselben Paderborner Klinik vor - meist mit den Diagnosen Pneumonie und Meningitis. "Es war wie eine Sucht", erklärte sie gestern dem Schöffengericht. Denn nun konnte sich die nicht gerade mit einem großen Einkommen gesegnete Frau ein etwas luxuriöseres Leben mit Partys und Diskobesuchen leisten.
Bei der Versicherung stießen die zum Teil in sehr kurzen Abständen eingereichten Bescheinigungen lange nicht auf Misstrauen. "Dass eine Versicherung nicht dahinterkommt", staunte Verteidiger Johannes Auffenberg. "Hier haben alle Kontrollmechanismen versagt."
21.214 Euro zahlte die Assekuranz, bis im Mai 2010 dann doch ein Mitarbeiter in dem Paderborner Krankenhaus nachfragte und die Betrügereien aufflogen. "Unglaublich", befand der Vorsitzende des Schöffengerichts. Laut der eingereichten Bescheinigungen habe die 27-Jährige ein Jahr lang fast durchweg im Krankenhaus gelegen. Das sei nie hinterfragt worden. "Die Bescheinigungen sind einfach nur durchgewinkt worden."
















