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22.03.2011
PADERBORN
Paderborner Tierheim bietet bissigen Hund als "prima Kumpel" an
Rottweiler-Anzeige schockt Opfer
VON HANS-HERMANN IGGES

Manfred Götze kann es nicht fassen | FOTO: HANS-HERMANN IGGES

Paderborn. Den 8. Oktober 2010 wird Anneliese Götze (57) nie vergessen: Aus Nachbars Garten entkommen, sprang plötzlich ein über 40 Kilogramm schwerer Rottweiler die Paderbornerin an. Er zerfleischte Wade und einen Unterarm, den anderen Unterarm brach sie sich beim Sturz. Groß das Entsetzen, als sie die Bestie wiedersah: Beschrieben als "schmusig und brav" auf der Internetseite des Tierheims Schloß Neuhaus unter der Rubrik "Tiervermittlung".

Dabei war der Rottweiler der Schrecken der Nachbarschaft, soll mindestens einen weiteren Jungen gebissen und einen Postboten angefallen haben. Der konnte sich den Angreifer nur mit Pfefferspray vom Leib halten. Nach einigem Hin und Her gab der offensichtlich überforderte Halter den jetzt zwei Jahre alten Hund ab, und zwar in die Hände eines Borchener Landwirts. Doch dann und wann tauchte der Rottweiler doch wieder bei seinem früheren Halter auf, sozusagen zu Besuch. Bis zum 8. Oktober 2010.

Danach war für beide erstmal Schluss mit lustig: Die Polizei sperrte den Hund weg, das Ordnungsamt steckte ihn ins Tierheim. Gegen den Halter, der nicht richtig auf den inzwischen nach einer Begutachtung durch den Kreisveterinär Dr. Ralf Lange vom Ordnungsamt als "bissig" eingestuften Hund aufgepasst hatte, wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Just heute muss er sich vor dem Paderborner Amtsgericht verantworten.

"Hund gehört aus dem Verkehr gezogen"

Derweil steigt Manfred Götze die Zornesröte ins Gesicht: "Immer wieder habe ich versucht, bei den Behörden heraus zu bekommen, was nun wirklich getan wird, um die Öffentlichkeit vor einem offensichtlich gefährlichen Tier zu schützen. Aber die Auskunft war bloß, dass der Hund schon in die richtigen Hände komme. Dafür werde man sorgen. Meiner Meinung nach gehört der Hund aus dem Verkehr gezogen. Muss er erst jemanden tot beißen?"

Tatsächlich gibt es nach Angaben von Kreisveterinär Dr. Lange "erstmal keinen Grund, den Hund einzuschläfern, so lange die öffentliche Sicherheit gewährleistet ist". Im Tierheim sei der Rottweiler bisher nicht auffällig geworden. Was von der stellvertretenden Vorsitzenden des Trägervereins "Tiere in Not", Sabine Glahe, bestätigt wird. "Sicher, am Anfang war er schwierig, aber jetzt hat er sich an uns gewöhnt. Wir arbeiten streng mit ihm."

Eine Arbeit, die sozusagen der "Resozialisierung" des Tieres dienen soll. Er habe eine zweite Chance verdient, meint Tierfreundin Sabine Glahe. Entsprechend wurde für den bissigen Rottweiler denn auch schon seit dem 28. Februar auf der Internetseite des Vereins ein neuer Halter gesucht.

Tierheim reagiert

Dies geschah allerdings mit Worten, die Familie Götze die Sprache verschlagen haben: Als "schmusig und brav" wurde der Hund dort beschrieben, als einer, "der schon mal im Überschwang der Freude mit seinen über 40 kg auf einen zu rennt". Als einer, der - wie es sich gehört - Hunde, Kinder, Fahrräder und Autos ignoriere - "nur Skateboardfahrer" könne er nicht leiden. Bei ihm sei "alles eine Sache des Vertrauens". Und: "In den richtigen Händen würde er bestimmt ein prima Kumpel."

Dass der Rottweiler alles andere als ein Schmusehund ist, gab Sabine Glahe im Gespräch mit der NW zwar zu. Sie meint jedoch, dass der Text von Interessenten schon verstanden werde. "Schließlich steht da, dass er bei ,Menschen, die er kennt, schmusig und brav’ ist." Soll heißen: "Nur" bei Menschen, die er kennt. Aber was ist mit den anderen? Speziell zufällig vorbeifahrenden Skateboardern? Würde er die, wenn er könnte, dann doch noch zerfleischen?

So versteht die Tierheim-Sprecherin ("wir würden diesen Hund nie verniedlichen") auf Nachfrage auch das Entsetzen der nach drei Operationen bis heute unter den Folgen der Verletzungen leidenden Frau Götze. Die hatte sich allerdings bei ihr schon vor Wochen über die Internet-Anzeige beschwert. Ihr war versprochen worden, die Anzeige von der Seite zu nehmen. Vergeblich.

Erst wenige Minuten nach dem Gespräch der NW mit Sabine Glahe nahm das Tierheim die Anzeige dann endlich aus dem Netz.


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Kommentare
Benno.
Der von Herrn Götze, in der Neuen Westfälischen eingestellte Bericht entspricht in keinster Weise der Realität. Der Rottweiler hat mehrere Verhaltenstests mit Bravour bestanden. Es wurde Ihm sogar eine hohe Reizschwelle bescheinigt. Am 22.03.2011 hat die Ehefrau ausgesagt, daß nicht der Rottweiler der Beisser war. Herr Götze ist Pädagoge, muß man Angst haben um die Ihm anvertrauten Kinder? Die Neue Westfälisch betitele ich als (...). Das ich keinem empfehlen würde.

Also ich finde es schon echt Unglaublich das Menschen sich über einen Sachverhalt äusser von dem Sie gar keine Ahnung haben, bei Prominenten lachen Sie sich tot weil zu 99 % was in der Zeitung steht eh alles gelogen ist und kaum schreibt jemand etwas über einen leider sogenannten Listenhund und schon wird heftig mit Diskutiert von Dingen von denen man keine Ahnung hat, oder wart Ihr alle dabei? Alle Menschen die etwas schlechtes tun z.b. Mörder oder Kinderschänder da sagt man ach ein paar Jahre knast und dann muß auch gut sein und der Arme Hund soll gleich eingeschläfert werden wer gibt euch das Recht so zu Urteilen, und alle über einen Kamm zu scheren das ist doch echt Ungerecht. Sie werden ja nicht als Monster geboren und ausserdem kann man den Hund nicht fragen warum er das getan hat es ist immer leicht jemanden zu Veruteilen der sich nicht wehren kann, ausserdem neigen Menschen ja auch immer maßlos zu Übertreibungen. Und die armen Leute im Tierheim können auch nur so Urteilen wie Sie den Hund kennengelenrtn haben und ich denke wenn er gemeingefährlich wäre hätten Sie es nicht so ins Internet gesetzt, und ich glaube auch nicht das Sie den Hund an irgendjemanden raus gegeben hätten . (...)

Die Menschen neigen dazu alle szu verallgemeinern. Ein Rottweiler beisst zu - alle Rottweiler sind bissig. Ein Tierheim berät schlecht - nie mehr ein Hund aus dem Tierheim.
Gerade in der Nachbarschaft: Ein Welpe vom Züchter. NAch vier Monaten einschläfern weil beide Ellbogen kaputt. - Nie wieder vom Züchter.

Man kann nicht alles verallgemeinern, und meistens, gerade bei Organisationen wie ein Tierheim, kommt es auch drauf an mit wem man spricht und was derjenige kurz vorher schon erlebt hat. Denn man kann sich als Außenstehender nicht vorstellen was Mitarbeiter von Tierheimen, bzw. Tierschutzorganisationen Tag täglich zu hören bzw. zugetragen bekommen. Diese Menschen lieben Tiere und manchmal ärgert es schon wenn jemand nicht von einem Hund sondern "Köter" spricht. Wenn es nur so etwas wäre!
Ich muß sagen wir nehmen seit Jahren nur Hunde aus dem Tierschutz und haben so einige Tierheime kennengelernt. Darunter sind auch welche die wir nicht mehr besuchen bzw. empfehlen würden. Allerdings können wir zum Tierheim Paderborn nur sagen, daß es nicht dazu gehört, und daß es sich in den letzten Jahren, noch weiter verbessert hat. Also bitte vielleicht immer mal beide Seiten versuchen zu betrachten, denn vieles sieht dann wieder etwas anders aus.

@ oliver
so, also darf ein mensch andere verletzen, und ein hund nicht, da er dann ja als problemhund umgebracht gehört. wir wisen nicht was den reiz anzugreifen ausgelößt hat, vielleicht auch fehlverhalten seiten der älteren dame, aber das ein tier unbedingt eingeschläfert gehört halte ich für falsch, natürlich besteht ein gewisses risiko, aber bei entsprechender schulung von hund und dem neuen besitzer kann dieses minimiert werden.

Echt krass was hier abgeht, aber lasst den Wutzel einfach Hund sein und gut. Wer weiß warum der so ausgerastet ist!

@ Sackewitz
Wenn interessiert in diesem Zusammenhang denn bitte Japan!? Falsches Thema!



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