Hövelhof (ag). Beim entspannten Late-Night-Shopping in der Allee ging es am Freitagabend auch politisch zu. Denn für die Hövelhofer Frauen-Union ist ein möglicher Nationalpark Senne ein rotes Tuch. Entsprechend sammelte sie an einem Stand fleißig Unterschriften gegen das Vorhaben.
"Viele so genannte Experten schmeißen die Begriffe durcheinander, deshalb möchten wir mit der Aktion auch aufklären", so Vorsitzende Nina Ewers. Mit einem entsprechenden Informationsblatt machten fünf CDU-Frauen Bürgerinnen und Bürger auf die aus ihrer Sicht möglichen Auswirkungen eines Nationalparks, aber auch eines Biosphärenreservates und eines Naturparks aufmerksam.
Vor allem gegen einen Nationalpark findet die Frauen-Union jede Menge Argumente. "Die Senne ist dafür nach den Vorgaben nicht geeignet. Zudem wird dann eine touristische Nutzung der Senne schwierig", zählt Mitglied Kordula Deichsel auf. Für Nina Ewers ist die Senne eine von Menschen geschaffene Kulturlandschaft, die von Menschen gepflegt werde. Das gehe bei einem Nationalpark nicht mehr. "Von mindestens 75 Prozent der Fläche wird der Mensch ausgegrenzt. Ihm stehen dann nur noch bestimmte Wege zur Verfügung", meint Ewers.
Sorgen machen sich die CDU-Frauen auch um den Bundeswehr-Standort in Augustdorf. Sie sehen bei einem Nationalpark die Arbeitsplätze von 5.000 Soldaten und Zivilisten in Gefahr. "Das Militär ist ein Wirtschaftsfaktor für Hövelhof und bindet Kaufkraft", betont Kordula Deichsel.
Wegen der strengeren Schutzkategorie bei einem Nationalpark in Deutschland sei eine militärische Nutzung im Gegensatz zu England dann nicht mehr möglich, meint die Frauen-Union. Ohne einen Nationalpark sei es vielleicht später noch möglich, dass die Briten auch nach einem Weggang die Senne noch nutzen könnten, hofft Kordula Deichsel.
Bei der Unterschriftenaktion will es die Frauen-Union in der Sennegemeinde nicht belassen. Sie möchte zusammen mit Nationalpark-Gegnern in Altenbeken, Lichtenau, Schlangen und Augustdorf ein Signal setzen.
Für einen Nationalpark reicht die Gebietskulisse der Senne allein nicht aus. Miteinbezogen werden müssten große Teile des Teutoburger Waldes und des Eggegebirges.