Kreis Paderborn. Rund 650 Jugendliche aus Europa und Übersee treffen sich vom 19. bis 25. Juni zur 29. Internationalen Jugendfestwoche Wewelsburg. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Tanzen, Singen, Musizieren - in Freundschaft vereint". Bis auf Gruppen aus den Niederlanden und Sizilien, die bereits einmal Gäste der Festwoche waren, können sich die Besucher auf neue Gesichter freuen.
Landrat Manfred Müller bezeichnet die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung als "internationale Konstante". Gleichwohl dürfe die Veranstaltung nicht zur Routine werden. In einer Zeit, an der die Kritik an Europa lauter wird, Anzeichen von Europa-Müdigkeit sichtbar werden und erste Länder über eine erneute Abschottung ihrer Grenzen nachdenken, müsse daran erinnert werden, dass Europa viele Jahrzehnte des Friedens gesichert habe. Wörtlich fügt Landrat Müller hinzu: "Europa kann nur wachsen, wenn sich die Jugend begegnet."
"Vorgang mit Herzblut"
Maria Beckmann-Junge, Vorsitzende des Kreis-Jugendhilfeausschusses, erklärt, Musik und Tanz hätten Völkerverbindendes über die Sprachbarrieren hinaus. Die gesamte Jugendfestwoche hat einen Etat von rund 100.000 Euro. Davon werden rund 35.000 Euro über Spenden aufgebracht. Markus Smolin, einer der beiden musischen Leiter der Jugendfestwoche, betont, bei der Festwoche träfen immer wieder neue Gruppen mit ihren Musik aufeinander. Beim Bekenntnis zum Frieden, dem Abschluss der Festwoche, liege eine tiefe und ehrliche Stimmung über den Tal. Smolin bezeichnet die Woche mit ihren vielen Kontakten als "ehestiftende Keimzelle".
Wolfgang Ehlert, ebenfalls musischer Leiter, unterstreicht, dass in diesem Jahr für alle Open-Air-Veranstaltungen Ersatzorte existieren, falls es das Wetter mal nicht so gut mit Akteuren und Besuchern meinen sollte. Für Günther Uhrmeister, stellvertretender Jugendamtsleiter, ist die Jugendfestwoche ein "Vorgang mit Herzblut".
In diesem Jahr nehmen elf deutsche Gruppen mit Gästen daran teil. Die weiteste Anreise hat eine Folkloregruppe aus dem amerikanischen Bundesstaat North Carolina. Die Amerikaner sind bei der Danzdeel Salzkotten untergebracht. Sämtliche Gäste wohnen in deutschen Familien. "Wir haben sogar mehr Bewerbungen als Besucher", weiß Smolin. In Siddinghausen wurde eigens für neue Gastgeber ein Einführungslehrgang angeboten, damit alles klappt.
WichtigesterTag für die Organisatoren ist Montag, 20. Juni: Dann feiert sich die Festwoche selbst. Arbeitskreise befassen sich mit geschichtlichen Themen und Männertänzen in Theorie und Praxis. "An diesem Tag wachsen die Gruppen zusammen", so Smolin. Musikalischer Höhepunkt für die mehr als 20 teilnehmenden Gruppen ist der Galaabend in der Paderhalle, bei dem die Tänzer und Musiker die besten Stücke ihres Repertoires aufführen. Karten gibt es in der Paderhalle und beim Ticket-Center.