Wo Paderborn dem Himmel am nahesten ist: Tausende kommen zum Flugplatzfest auf den Haxterberg
Paderborn. Die eine Gewitterfront war schon wieder nach Holland abgedreht, die andere steckte über dem Sauerland fest: Die Luftsportler vom Haxterberg erwischten gestern für ihr Flugplatzfest perfektes Wetter. Geschätzt 5.000 Besucher genossen den Tag bei den Fliegern bis abends der Wind auf Südwest drehte und die dicken Wolken kamen. Deren Opfer wurde jedoch nur die geplante Ballonfahrt.
Luftsport
Die Luftsportgemeinschaft Paderborn wurde 1930 gegründet.
1973 fand sie auf dem Sonderlandeplatz Haxterberg ihre Heimat.
Dort gibt es seit zwei Jahren auch eine asphaltierte Startbahn.
Der Jahresbeitrag für die Mitglieder beträgt 290 Euro (210 Euro für Jugendliche); Modellflugfans zahlen für ihre Mitgliedschaft 85 Euro (Jugendliche 40 Euro).
mehr im Internet unter:
www.haxterberg.de
Schon mittags hatten hunderte Besucher die Höhe mit dem schönsten Fernblick in Paderborn erklommen und sich dort die besten Plätze gesichert: Sei es im Klappstuhl direkt an der Start- und Landebahn oder im Strandkorb auf "Wolke 7", dem Vereinslokal unter dem Tower. Wer früh kam, der konnte meist auch sofort abheben: Viertelstündige Schnupperflüge über das Paderborner Land (ab 16 Euro) in einem der sechs Motorflieger waren heiß begehrt. Mit etwas Glück konnte man auch einen gewinnen. Désirée Pickert und Lia Schlingmann sorgten in ihrer Losbude für Absatz.
Passende Thermik sorgte auch für gutes Segelflugwetter. Insgesamt vier doppelsitzige Maschinen waren im Einsatz. Jeweils ab 13 Uhr und dann nochmal ab 16 Uhr war die Start- und Landebahn den Kunstfliegern vorbehalten: Sie zogen am blauen Himmel ihre Bahnen. Sogar ein Fallschirmsprung war zu bestaunen. Zu den Attraktionen gehörte aber auch die Abteilung Modellflug, der etwa jedes fünfte der rund 300 Mitglieder angehört. In einem leer geräumten Hangar zeigten sie zum Beispiel kleine Kunststücke mit Modellhubschraubern.
Apropos Segler: Nur etwa jeder Zehnte in der Luftsportgemeinschaft Haxterberg ist reiner Segelflieger. Geschäftsführer Andreas Sewing: "Die meisten bevorzugen die vereinseigenen sechs Motormaschinen." Er selbst fliegt am liebsten mit einer Piper. "Die ist einfach in der Handhabung und sehr gut ausgestattet. Piper und Cessna, das sind sozusagen die Volkswagen der Lüfte," erklärt der Luftsportfan, der sich gerade auf einen mehrtägigen Flugausflug bis nach Kroatien freut.
Nur noch der 50 Kilometer Streckenflug fehlt Frederik Stockmann zu seinem offiziellen Segelflugschein. Für den 19-Jährigen sind selbständige Starts lange Routine. Denn mit 15 erfasste ihn anlässlich eines eher zufälligen Besuchs auf dem Haxterberg der Segelflieger-Virus. "Als ich von meinem ersten Flug zurück war, da wusste ich: Davon will ich mehr", berichtet der Abiturient, der in Büren-Ahden eine Flugschule besuchen und Berufspilot werden will. Er strahlt: "Und jetzt ist es das Schönste, wenn ich mich bei guter Thermik mit dem Segler ganz nach oben schrauben kann."
Es seien meist die an Technik interessierten Jugendlichen, die zu den Luftsportlern kommen, sagt Vereinsmitglied Günther Langer. Attraktiv sei, dass Jugendliche schon mit 14 Jahren einen Segler steuern dürften. Und diese Jugendlichen zählten durchweg zu den Verantwortungsbewussten, so dass es beim Fliegen eigentlich sehr selten zu Unfällen kommen. Langer: "Das gefährlichste am Fliegen ist immer noch der Weg zum Flugplatz."