Paderborn (au). Das ist eine Einigkeit, wie sie in der Schulpolitik des Landes noch ihresgleichen sucht: Bei nur einer Enthaltung (FDP) hat die Politik gestern im Schulausschuss einmütig die Errichtung der mindestens vierzügigen "Gesamtschule am Niesenteich" zum Schuljahr 2012/13 beschlossen.
Vorausgegangen waren diesem Ergebnis einige "Runde Tische" mit Vertretern aus allen Fraktionen sowie aus dem Schulamt. Als "konstruktiv" und "sachlich" wurden diese Runden gestern Abend von allen Beteiligten sehr gelobt.
Die Entscheidung ist den Christdemokraten, die vor acht Monaten als einzige Partei für die kleine Variante votiert hatten, "nicht leichtgefallen", räumte Fraktionschef Markus Mertens ein. Er sei aber erfreut, dass "der Knoten durchschlagen" und für die Realschule eine Lösung gefunden worden sei.
"Der Standort Niesenteich ist der einzig realistische – trotz der Nähe zur Friedrich-von-Spee-Gesamtschule", betonte Martin Pantke (SPD). In der Oberstufe könnten die Schulen später kooperieren. Bei aller Freude über den Kompromiss hätte sich die SPD – wie DIP und Grüne – allerdings die Auflösung der Realschule gewünscht. Dann wären notwendige Anmeldezahl und erforderliche Leistungsheterogenität leichter zu erfüllen, meinte Pantke. Man trage das Ergebnis mit, halte "aber den ersten Vorschlag der Verwaltung für eindeutig besser", stellte Roswitha Köllner (DIP) klar. Eine zweizügige Realschule zu halten werde "schwierig". Auch die Grünen freute diese "tragbare Lösung", wie Vera Esders erklärte.
Wahrscheinlich wird das Anmeldeverfahren für alle drei Gesamtschulen im nächsten Frühjahr vorgezogen – das letzte Wort hat die Bezirksregierung. "Die neue Schule steht und fällt mit 112 Schülern", erinnerte der Beigeordnete Wolfgang Walter: "Ich gehe aber vom Zustandekommen aus." In dem Fall laufen die Hauptschulen Niesenteich und Kilian ab Sommer 2012 sukzessive aus. Die Realschule Niesenteich soll im Sommer 2012 mit dem dann neuen 5. sowie dem 6. Jahrgang (also den Fünftklässlern, die diesen Sommer am Niesenteich beginnen) am Standort Kilian-Hauptschule starten. Anfangs seien "provisorische Maßnahmen" nötig. Die übrigen Jahrgänge würden verlegt, wenn und sobald dies räumlich möglich ist. Hinsichtlich der Schülerbeförderung aus der Stadtheide müsse der Träger "sehr flexibel" sein und Kosten tragen, so Walter.
Die neue I-Klasse der Realschule, in der Kinder mit und ohne Behinderung unterrichtet werden, soll ab 2012 in der Gesamtschule angeboten werden.
















