Paderborn. Es regnet Bindfäden, die Kälte kriecht durch alle Schichten der Kleidung und der Wind weht stark von rechts - auf dem Golfplatz Haxterpark herrschten am Freitag schottische Wetterverhältnisse. Und auch für Sonntag, wenn die Klubmitglieder auf dem Golfplatz zum Probespielen antreten können, waren die Aussichten wenig rosig.
"Golf ist eine Leidenschaft und Lebenseinstellung. Es kann bei jedem Wetter gespielt werden", sagt Helmut Böhmer, Geschäftsführer der gemeinnützigen Haxterpark GmbH und der Golfakademie der Universität Paderborn. Dann holt er aus, um den Golfball aus dem Sandbunker zu schlagen.
Groß und grün | FOTO: MARC KÖPPELMANN
Vom ersten Spatenstich bis heute ist über ein Jahr Zeit vergangen. "Offiziell wird der Platz im nächsten Jahr, am 1. Juni, eröffnet. Die Bauabnahme fehlt noch. Erst dann findet die Einstufung der Schwierigkeit eines Golfplatzes, das sogenannte Rating, statt", erklärt Böhmer.
Golfen mit Querschnittslähmung
Und so wie er, freuen sich schon viele Golfer darauf, dass es endlich los geht. An den kommenden drei Sonntagen können Klubmitglieder kräftig abschlagen und ein erstes Gefühl für ihren neuen Platz erspielen, der eingerahmt von 32.000 Bäumen ein naturnahes Golferparadies ist.
"Die Pflege des Platzes geschieht völlig ohne Pestizide, Herbizide und Fungizide. Wir wollen für Nachhaltigkeit sorgen", erklärt Böhmer das ökologische Konzept des Platzes. Aber nicht nur die Natur des 58 Hektar großen Geländes liegt dem golfbegeisterten Geschäftsführer am Herzen. "Golf ist eine einzigartige Sportart.
Jeder bestimmt sein Tempo selbst und dadurch ist dieser Sport für jeden Menschen geeignet. Für das 5-jährige Mädchen, ebenso wie für den dynamischen 20-jährigen Studenten oder den lebenserfahrenen 78-Jährigen. Und auch für Menschen mit Behinderungen", erklärt Böhmer, der den Golfplatz auch als integratives Instrument voran treibt.
Für Reha- und sportmedizinische Zwecke wird hier jede Menge geboten. Menschen mit einer geistigen-, lern- oder mehrfachen Behinderung sind hier ebenso richtig und gut aufgehoben, wie Schlaganfallbetroffene oder Menschen mit einer Querschnittslähmung. "Es gibt hier für diese Bereiche toll ausgebildete und sehr engagierte Trainer", sagt Böhmer und präsentiert wenig später einen sogenannten Paragolfer.
Streichelzoo geplant
Ein elektrischer Rollstuhl, der es Querschnittsgelähmten ermöglicht, sich selbstständig auf dem Grün zu bewegen. Ausgerüstet mit einem speziellen Aufrichtungs- Mechanismus gelingt es dann sogar, den Abschlag stehend auszuführen. Einen dieser Paragolfer besitzt der Golfclub bereits - zwei weitere werden in Kürze hinzukommen.
Aber das ist längst noch nicht alles. Ein Streichelzoo auf dem Hofgut Haxterhöhe ist geplant. In einer tierisch bunten Gruppe können Familien dann mit zahmen Ziegen zu einer Wanderung aufbrechen.
Gemeinsam mit vier interessierten Einrichtungen will der Golfclub zukünftig, Menschen mit einem Handicap, als Helfer in der Forst- und Landschaftspflege, ausbilden. "Diese Sportart lebt von Fairness, gegenüber sich selbst und gegenüber anderen. Das macht sie so demokratisch", sagt Böhmer schmunzelnd.
Naja- besser da oben kann man jetzt auch noch Golf spielen; als wenn man dort weiter Nahrungsmittel angebaut hätte... Gut, dass der Ethanol-Sprit fürs E10 im ehemaligen Regenwald angebaut wird. Und jetzt alle: Ein Hoch auf den neuen Golfplatz! Jede Stadt sollte drei bis fünf davon haben! Hauptsache man trocknet damit nicht die Stadt aus, so wie Edeka mit seinen Rosenplantagen in Somalia- unweit der Flüchtlingslager. Unsere (...) geht mir manchmal schon ganz schon auf den Keks...