Büren (nw/lek). Der Streit um ein mögliches Comeback von ehemaligen Autokennzeichen in Nordrhein-Westfalen geht weiter. Zahlreiche Städte zwischen Rhein und Weser wollen ihre Kleinstadt-Nummernschilder zurück. Darunter auch Büren aus dem Kreis Paderborn. So könnte schon bald wieder "BÜR" statt "PB" auf dem Kennzeichen stehen.
In Bocholt brachten die Bürgermeister von 18 Kommunen jetzt eine Resolution auf den Weg, die sich für die Wiedereinführung der in den 70ern abgeschafften Kennzeichen einsetzt - als "Wunschkennzeichen". Mit dem Papier, das am Montag unterschrieben wurde, versuchen die Städte, Landesverkehrsminister Harry Voigtsberger (SPD) zu überzeugen.
Dessen Ministerium hatte sich bisher immer gegen derartige Pläne ausgesprochen. "Wir möchten den Minister bitten, seine Haltung zu ändern, uns zu unterstützen und dem Bundesverkehrsministerium unsere Kennzeichen zu nennen. Mehr braucht er ja gar nicht tun", sagte Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo (SPD). Beteiligt an der Resolution sind neben Büren unter anderem auch Moers, Witten, Dinslaken, Berleburg, Lüdinghausen, Altena, Castrop-Rauxel und Brilon.
Nostalgiker sehen sich im Aufwind
Das Land NRW gehört auch im Bund zu den Kritikern der Idee. "Das Land sieht keine Veranlassung, von seiner ablehnenden Position zur Wiedereinführung von Altkennzeichen abzurücken", heißt es in einer Stellungnahme. Seit der Verkehrsministerkonferenz im Oktober sehen sich die Nostalgiker im Aufwind. Das Gremium hat den Bund wiederholt aufgefordert, ein einheitliches Verfahren zu prüfen.
Theoretisch könnten sich die Autofahrer auf Wunsch also bald wieder MO-PS, BOH-NE, BRI-SE oder WAT-TE auf ihr Kennzeichen prägen lassen.
Wer nicht will, bleibt beim Kennzeichen seines Kreises. Geht es nach einer Studie der Hochschule Heilbronn, will eine Mehrheit aber zurück zum alten Kürzel. Die Uni hat in einem wissenschaftlichen Projekt 2010 und 2011 rund 25 000 Menschen in mehr als 100 Städten befragen lassen. Dabei hätten sich 73 Prozent die abgeschafften Kennzeichen zurückgewünscht, berichtete die Hochschule.
Allein in den 18 Städten der Resolutions-Unterzeichner geht es um mehr als eine Million Bürger. "Das ist kein absurdes Folklore-Thema, sondern eine Frage von Marken und Identifikation", sagte der Leiter der Heilbronner Initiative, Ralf Bochert. "Das Kennzeichen ist ein starkes Symbol."
Lokale Marken sollen gestärkt werden
Borchert glaubt nicht, dass die Wiedereinführung viel Aufwand geschweige denn Kosten verursachen würde. "Bocholt und Borken sind ein gutes Beispiel, da tauschen sie das BOR gegen ein BOH aus - wer verliert dabei etwas?"
Dem Wirtschaftswissenschaftler zufolge haben bundesweit rund 160 Städte und Gemeinden Interesse, ihr altes Kennzeichen zurückzubekommen - von Altena in NRW bis Zschopau in Sachsen. Es gehe darum, günstig lokale Marken zu stärken
Schön, dass die Bürgermeister und der Großteil der Verkehrsminister auf die Bürger hören! Ich bin wirklich glücklich!!!