Hauptausschuss stimmt Versuch für den Stadion-Parkplatz P 1 zu – Opposition dagegen
Paderborn. Was für fast alle größeren deutschen Fußball-Arenen gilt, wird wahrscheinlich auch in Paderborn zur Regel: Wer in Stadionnähe parken will, soll dafür zahlen.
Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Haupt- und Finanzausschuss dem SC Paderborn gestattet, auf dem Parkplatz P 1 (1.430 Stellplätze) bei den weiteren Heimspielen der Saison 2011/12 testweise Gebühren zu erheben. Die Opposition stimmte geschlossen gegen den Test.
Dass er kommt, ist allerdings noch gar nicht sicher. "Das Ob, Wann und Wie" soll laut Vizepräsident Martin Hornberger in der Präsidiumssitzung des Vereins am kommenden Montag erörtert werden. Dort soll die Wirtschaftlichkeit mehrerer Gebührenmodelle auf den Prüfstand – und damit auch die Frage, ob Schranken (Kostenpunkt: knapp 40.000 Euro pro Einheit, und vier wären erforderlich) oder ein manuelles Verfahren eingeführt werden sollen. Hornberger schloss gestern gegenüber der NW nicht aus, dass für den Start der Parkgebühr – denkbar sind für ihn zwei Euro – vielleicht der Beginn der nächsten Saison abgewartet wird.
Da die Stadt Eigentümerin der Parkflächen ist, sollen ihr 20 Prozent des Gewinns zufließen. Sie erhält für die öffentlichen Parkplätze, die dem Stadion zugeordnet sind, bislang schon von der Betreibergesellschaft des Stadions eine Jahres-Pauschale von 30.000 Euro. Wenn eine Zuschauerzahl von mehr als 170.000 im Jahr erreicht wird, erhöht sich der Betrag.
SPD-Fraktionschef Franz-Josef Henze rechnete angesichts der möglichen Gebührenregelung vor: 1.500 Stellplätze mal zwei Euro – macht 3.000 Euro. Nach Abzug von geschätzten 1.000 Euro Kosten für externes Personal, das für den Verein die Gebühren kassiert, bleiben 2.000 Euro. Henze: "Das macht 400 Euro pro Heimspiel für die Stadt. Da haben wir nicht besonders viel zu erwarten."
SC Paderborn Image- und Wirtschaftsfaktor
Der Grüne Dr. Klaus Schröder sah die Sache ähnlich und schlug eine 50:50-Aufteilung des Gewinns vor. "Finger weg", riet Roswitha Köllner von der Demokratischen Initiative (DIP) davon ab, überhaupt die Erhebung von Parkgebühren durch Private auf kommunalen Flächen zu gestatten.
Völlig anderer Auffassung die CDU: "Je besser es dem SC geht, desto besser ist es für die Stadt", sagte Dr. Heinz Jürgen Tegethoff, der den Fußballclub als "wichtigen Image- und Wirtschaftsfaktor" für Paderborn bezeichnete. Die Parkgebühren werden nach seinen Worten der Betreibergesellschaft des Stadions helfen, ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Stadt nachzukommen. Daher stehe die CDU dem Gebühren-Versuch "grundsätzlich positiv" gegenüber. Dominic Gundlach pflichtete ihm für die FDP bei.
Als SPD-Sprecher Henze die Befürchtung äußerte, die Einführung von Parkgebühren könne eventuell zur Folge haben, dass von der Stadt erteilte Genehmigungen für das Stadion erneut "vor Gerichte gezerrt" würden, platzte es aus Daniel Sieveke (CDU) heraus. Die SPD sei doch bislang bei jedem Punkt in Sachen Stadionbau "dagegen" gewesen, schimpfte er. Und: "Sie freuen sich doch heimlich, wenn etwas daneben geht." Die Gebühren sollen laut Sieveke helfen, die Einnahmemöglichkeiten des Vereins zu optimieren, damit dieser "dauerhaft auf gesunden Füßen" stehen könne.
Bürgermeister Heinz Paus (CDU) stufte angesichts der Henze-Bemerkung die Rechtsgrundlagen für das Stadion als "komplett sicher"ein.