Kreis Paderborn/Salzkotten-Scharmede (hs). Wie groß das Interesse bei der Jahreshauptversammlung der Kreistierzüchtervereinigung und des Kreiskontrollbezirkes am Freitag im Gasthaus Wiehmeier in Scharmede war, zeigte sich allein schon darin, dass die Klasse der Landwirte Unterstufe GMBK PB mit ihrer Pädagogin Marita Sunder-Plaßmann anwesend war.
Ihnen ging es darum, beim Hauptvortrag von Dr. Hugo Hauschulte (Rinderunion West) über "Kälberzucht - Hier wird die Grundlage für eine erfolgreiche Jungviehaufzucht sowie fruchtbare und langlebige Hochleistungskühe gelegt", dabei zu sein. Sie nahmen viele Eindrücke von dem fundierten Vortrag mit zurück auf die Schulbank.
Nicht minder interessant aber war der Vortrag von Dr. Marlies Bölling vom Kreisveterinäramt, die eingehend über den Stand beim Schmallenberg-Virus berichtete. Von der Übertragung bei Schafen, Ziegen und Rindern durch Stechmücken bis hin zu den schweren Krankheitssyntomen der Feten tragender Tiere reichten ihre Informationen mit dem Fazit, dass man mindestens bis Ende des Jahres auf einen wirksamen Impfstoff warten müsse.
Mit 174 Betrieben in denen 7.701 Kühe stehen, nimmt der Kreiskontrollbezirk Paderborn eine Spitzenstellung ein. Dabei brachten es 29 Kühe auf eine Laktationsleistung von mehr als 1.000 Kilogramm Fett und Eiweiß bei Milchleistungen von teilweise über 15.000 Kilogramm. An der Spitze die Kuh Lucy aus dem Betrieb Rudolphi in Bad Lippspringe. Die Kuh mit der höchsten Lebensleistung im Kreis bleibt nach wie vor Caroline von Heinz Brockmeier in Delbrück. Sie hat mit Ablauf des Kontrolljahres 181.936 Liter Milch mit 12.695 Kilogramm Fett und Eiweiß gegeben und lag mit dieser Leistung auch in NRW an erster Stelle.
Nachgetragen wurde noch, dass Antonius Richter aus Mantinghausen und Heinz Josef Rudolphi aus Bad Lippspringe bei der Tierschau 2011 mit der Silbernen Kammermedaille ausgezeichnet wurden.
Einleitend konnte Vorsitzender Josef Sander viele Ehrengäste, unter ihnen Ehrenvorsitzender Josef Hecker und Salzkottens Bürgermeister Michael Dreier, begrüßen. Dreier berichtete von der Grünen Woche, wo er an einer Podiumsdiskussion über zu nutzende Leerflächen teilnahm. Bei der Nutzung von Windkraft verwies er darauf, dass 65 Prozent der städtischen Fläche in Salzkotten unter Natur- und Landschaftsschutz stehen und die Ausweisung von Flächen nicht einfach währe.