Delbrück. 17 Stahlstufen führen hinauf ins Obergeschoss. Von dort können Besucher einen neuen Blick auf das Steinhorster Becken genießen. Der Aussichtsturm im Süden des Naturschutzgebietes wurde am Freitag eröffnet.
Im Gegensatz zum bereits bestehenden Turm am Nordufer des Beckens habe der Südturm gleich mehrere Vorzüge. "Die Besucher gucken mit der Sonne im Rücken auf das Becken", meint Gerhard Lakmann, Leiter der Biologischen Station Senne. Herbert Hoffmann von der Touristikzentrale Paderborner Land weist auf einen Gewinn an Attraktivität besonders für Radfahrer hin. "Hier führen drei Top-Radwanderwege direkt vorbei", sagt er: der Emsradweg, die Paderborner-Land-Route und der Senneparcours. "Radfahrer wollen nicht einfach nur fahren; sie wollen auch Punkte, die sie ansteuern können."
2008 begann die Planung für den Aussichtsturm. Er sollte zunächst dreigeschossig werden, die Verantwortlichen disponierten um und entschieden sich für zwei Etagen. 7,10 Meter ragt der Turm bis zum First in die Höhe, als Baumaterial wurde Holz der Douglasie und der Lärche verwendet. Als letzten Schliff soll das Dach in den nächsten Tagen eine Grasdecke erhalten und eine Tür eingebaut werden. Baukosten: 74.000 Euro, 80 Prozent des Geldes stammt aus EU-Fördermitteln.
Bürgermeister Werner Peitz bezeichnet den Turm als wichtigen Baustein für das Delbrücker Land und als Anker für weitere Projekte. Lakmann führt den Gedanken aus. "Demnächst wird es Infotafeln in beiden Türmen und Broschüren geben", blickt er in die nahe Zukunft. Zudem soll das Becken auf dem Damm komplett umwandert werden können – das Betreten des Beckens selbst ist verboten. Dazu soll spätestens im kommenden Jahr eine Holzbrücke am Nordufer die letzte unpassierbare Stelle überwinden. Das Geld – laut Lakmann ein paar Tausend Euro – ist bereits bewilligt und stammt aus dem Landesprojekt "Ein grüner Stern für den Emsradweg".
Meinolf Sandbothe vom Heimatverein Steinhorst hofft, dass mit dem neuen Turm zusätzliche Anreize im Tourismus für den kleinen Ort geschaffen werden. "Es ist für uns eine Chance, am Leben zu bleiben."